Wandern auf Madeira

  • @ Otto: Dann wäre Dir aber echt was entgangen, der Tintenfisch war sensationell :daumen: Einen ähnlich guten hatten wir nur mal auf Lanzarote in Orzola
    Und ja, für Stürze o.ä. bin ich immer zu haben (ich sage nur Körperklaus :totlach:)
    Und Eidechsen... klar


    @ Kat: Wir haben alles einzeln gebucht, d.h. Flug, Hotel. Den Mietwagen haben wir bei Air Berlin mit dem Flug als Kombi gebucht. Die Flüge waren sauteuer, irgendwas um die 700,-- EUR, aber dafür direkt ab Düsseldorf. Die meisten Pauschalangebote waren leider entweder mit Hotels in Funchal - da wollten wir aber nicht hin - oder sie waren mit anderen Flügen verbunden, die wir auch nicht wollten (umsteigen in Lissabon). Über Airberlin kann man aber auch gute Komplettangebote buchen, allerdings nicht mit dem Hotel, das wir hatten.


    @ Susanne: Na das glaube ich gerne, dass der Landeanflug auch im Simulator nicht einfach ist. Bis vor nicht allzulanger Zeit konnten auch nur kleine Maschinen dort landen bzw. die konnten nicht voll tanken und mussten dann gleich auf Porto Santo zum Volltanken noch mal zwischen landen.


    @ Oli: Ist wirklich ein guter Tipp, das Restaurant. Aber nicht nur für Fisch, auch für Fleisch.


    @ biker175: Nö, die 25 Fontes haben wir nicht mehr geschafft, aber dazu später mehr...


    @ Wiebke: Dann wünsche ich Dir schon mal viel Vorfreue auf den Urlaub!!!


    LG
    Andrea

  • Aha...wenn se Hunger haben, gehts ihnen wieder gut :bier:


    Du hast aber auch wirklich Glück im Unglück gehabt...trotzdem blöd :brav:


    Auf der Terrassenbar könnte ich es jetzt auch aushalten...wunderbare Aussicht.


    War ja ein anstrengender und auch aufregender Tag mit sehr schönen Ansichten :daumen:


    "Dazu gibt es noch ein paar unbedeutende Beilagen."...


    ...davon wäre ich schon satt gewesen. Aber lecker sieht alles aus :nicken:


    LG Ingrid

    Humor ist der Knopf der verhindert, dass mir der Kragen platzt.

  • Na klar, Ingrid :zwinker: Und das Essen war auch einfach zu toll!
    ... und das Essen war überall so viel, dass wir nicht ein einziges Mal alles aufessen konnten.


    _________________________________________________________


    02.11.2011
    Lamaceiros – Levada Ribeira da Janela


    Ab 5:00 Uhr morgens ist nicht mehr an Schlaf zu denken, zumindest für mich nicht: Die Welt geht unter! Zumindest könnte man das hier am Meer fast denken. Es regnet, nein, es schüttet, dazu stürmt es, dass man fast glauben könnte, es reißt die Bäume raus. Ich weiß gar nicht, was lauter ist; das Donnern des Meeres oder der Sturm.



    Komisch, keiner am Pool heute ;-)



    Leider stimmt der Wetterbericht also. Blöd, warum kann sich der nicht auch mal irren…


    Meine Hand tut immer noch weh, und zwar nicht zu knapp. Aber zumindest kann ich sie wieder bewegen, also ist wohl wirklich nichts Schlimmeres passiert. Mann, echt Glück gehabt!


    An Schlaf ist nicht mehr zu denken, zumindest ich kann das nicht mehr. Rainer schläft wie immer seelenruhig. Neben ihm könnte man das Zimmer abreißen und er würde wohl auch nicht wach werden.


    Ich schaue mir das Schauspiel draußen eine Weile an und wecke dann irgendwann meine bessere Hälfte, weil ich dann doch Frühstück-Hunger bekommen.


    Zuerst müssen wir jedoch aus dem Zimmer rauskommen, keine so ganz leichte Aufgabe bei dem Wind und dem Regen. Wir sind in Sekunden klatschnass – gut, dass die Regenjacken im Auto liegen. Wir retten uns in den ersten Unterstand, der gleichzeitig der Turm für den Aufzug ins Restaurant ist. Tja, nun hab´ ich die Wahl: Entweder über diverse zum Meer hin freiliegende Außentreppen nach unten durch den Sturm und den Regen oder im Aufzug noch halbwegs trocken direkt zum Frühstück. Also Zähne zusammen beißen und ab in die Aufzug. Puh, keine so ganz leichte Aufgabe! Und durch den Sturm wackelt auch der Turm, in dem der Aufzug verläuft, ziemlich stark – vielleicht bilde ich mir das auch nur ein.


    Mit weichen Knien lasse ich mich dann im Restaurant auf einen Stuhl fallen und muss mich erst mal akklimatisieren. :brav:


    Wir genießen ein langes ausgedehntes Frühstück und schauen dem Regen zu. Nach ca. 1h geht er dann in ein Nieseln über, also nichts wie raus; trockener wird es wohl heute nicht werden.


    Mit Wandern wird wohl heute nichts. Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, an einem Schlechtwettertag doch mal das Wellness-Center des Hotels zu nutzen, aber irgendwie haben wir jetzt doch keine Lust drauf – wie immer. Wellnesser werden aus uns sicher nicht mehr.
    Auf Stadt – Funchal – haben wir aber auch keine Lust, also beschließen wir, eine Inselrundfahrt zu machen.


    Wir springen ins Auto und fahren nach Westen. Wir folgen der alten Küstenstraße, auf dem Weg nach Calheta müssen wir erst durch diesen Wasserfall hindurch fahren.



    Im Norden, auf der alten Strecke zwischen Sao Vicente und Porto Moniz ergießen sich wohl so viele Wasserfälle auf die Straße, dass man diesen Teil der Strecke auch die kostenfreie Autowaschanlage Madeiras nennt.


    In Calheta im Supermarkt füllen wir unsere Getränkebestände auf und bummeln ein bisschen durch den feinen Nieselregen.


    Die Palmen sind voll beladen mit Datteln





    Wir schauen eine Zeitlang dem Tosen der Wellen zu. Obwohl es grau und dunkel ist, ist es relativ warm.




    Direkt an der Straße gibt es wie an vielen Stellen im Süden der Insel unzählige Bananenbäume.




    Die Bananen sind hier viel kleiner, als wir sie bei uns aus dem Supermarkt kennen, schmecken dafür aber tausend Mal besser.


    Wir fahren weiter küstennah nach Westen. Überall ergießen sich Wasserfälle aus den Hängen.



    Aussicht über Jardim do Mar




    Wir fahren zurück auf die ER 101 und dann weiter Richtung Norden. Es wird immer heller über uns und hat nun schon eine Zeitlang nicht mehr geregnet. Da scheint es der Wettergott wohl doch gut mit uns zu meinen und wir beschließen, doch noch die Wanderschuhe anzuziehen. Die Inselrundfahrt kann warten. Und schließlich muss ich ja auch nicht auf den Händen laufen. :zwinker:


    Unser Wanderführer beschreibt ganz in der Nähe eine Wanderung an der Levada do Ribeira da Janela. Wir fahren weiter Richtung Lamaceiros und parken unser Auto an einem Wanderparkplatz hoch über der Küste.





    Die Levada mündet hier in ein großes Wasserbecken, d.h. wir folgen ihr nun stromaufwärts.



    Na gut, dafür reicht die Zeit dann wohl doch nicht; vor allem muss man von Fonte do Bispo dann auch wieder zurückkommen.


    Aber wir wollen die ersten Kilometer laufen bis zu einem Tunnel und einem Wasserfall und dann wieder umdrehen. Nun kann ich endlich auch mal meine Regen-Überzugshose einsetzen, die ich vor 2 Jahren bei Columbia gekauft habe.


    Die Levada ist auf dem ersten Stück von wunderschönen Blumen gesäumt.



    Und, man glaubt es kaum, auch von Laternen.


    Am Anfang des Weges steht dieses Schild.



    Gut, dass ich erst abends nachgucke, was es bedeutet: Es warnt davor, in die Levada zu stürzen, da man ertrinken könnte. :o9:


    Und wenn man sich die Strömung anguckt und dann die Wassertiefe misst (ca. 1.50m),



    dann glaubt man das sofort.


    Na super, das wärs doch noch; erst die Hand prellen und am nächsten Tag in der Levada ertrinken. Toller Urlaub! :cheesy: Also lasse ich besondere Vorsicht walten!


    Die Wanderung ist wunderschön



    und bietet immer wieder tolle Ausblicke auf den weit unten tosenden Fluss Ribeira da Janela, der übrigens der längste Fluss der Insel ist.



    Leider geben die Fotos aufgrund des Wetters nicht annähernd die Schönheit der Aussicht wieder.


    Kurz danach kommen wir an eine Art Abscheidebecken.



    Aufgrund des Sturms und des Regens hat es unglaublich viel Geäst und Laub in die Levada gespült und damit diese nicht verstopft, gibt es an verschiedenen Stellen solche Becken oder Rechen, die das ganze Zeug herausfiltern. Bis hier gingen übrigens auch die Laternen, damit die Arbeiter, die heute übrigens zahlreich unterwegs sind, auch jederzeit hier ran können.


    Wir folgen der Levada immer tiefer in die Berge. Teilweise ist es ganz schön steil auf der linken Seite; diese ausgesetzten Stellen sind jedoch fast immer mit einem Drahtzaun gesichert und der Weg ist praktisch überall breit genug, so dass ich mich ziemlich sicher fühle.



    Viel mehr Sorge macht mir, dass ich irgendwo in die Levada fallen könnte. Wie gut, dass ich zu dem Zeitpunkt noch nicht weiß, was vorhin auf dem Schild stand.


    Blühender Klee



    Deswegen heißt der Fluss übrigens Ribeira da Janela – Fluss des Fensters. Wenn man auf die Mündung blickt, dann sieht der Bergeinschnitt aus wie ein Fenster.




    Ach ja, da muss ich doch gleich wieder an Big Bend denken, der Ausblick dort jeden Morgen durch das Window auf die Badlands. Schwärm!!! Ist und bleibt mein Lieblingspark in den USA. Aber ich schweife ab…


    Wir laufen durch ausgedehnte Lorbeer- und Eukalyptuswälder; dazu begleitet uns der typische Eukalyptus-Duft. Fehlen nur noch die Koalas.




    Hier ist die einzig kritische Stelle; die Levada ist so voll, dass sie überläuft, d.h. die Steine sind schon ganz schön rutschig.




    Aber, ihr werdet es kaum glauben, ich passiere die Stelle heil und trocken.



    Wasser, Wasser, Wasser…



    Aus irgendwelchen Gründen ist die Levada streckenweise abgedeckt.



    Ich fühle mich trotzdem wohler auf dem Weg neben dran; vor allem, wenn ich mir die Löcher in der Abdeckung angucke.



    Überall wachsen Blumen






    Mit Badeleiter ;-)



    Das Wasser ist hier noch mal deutlich tiefer und die Levada noch breiter, dadurch lässt allerdings die Strömung nach.


    Leider will sich der Nebel heute so gar nicht verziehen.



    Lorbeer



    Je weiter wir voran kommen, desto mehr sieht es aus wie im Urlaub. Riesenfarne wachsen am Rand des Weges; man könnte fast denken, wir sind im Jurassic Park gelandet.



    Endlich kommen wir an den angekündigten Tunnel.




    Ganz weit hinten sieht man einen kleinen Fleck Licht, auf dem Foto praktisch nicht zu erkennen. Dennoch würde ich hier nicht durchgehen wollen ohne unsere Headlights.


    Vorsichtig laufen wir durch den Tunnel, Kopf eingezogen. Der Weg ist relativ schmal und daneben läuft die Levada weiter, hier wieder mit reißender Strömung. Vorsicht ist geboten, denn nur zu leicht kann man hier in die Levada fallen; tue ich aber nicht. :zwinker:


    Ab der Hälfte ungefähr wird es auf einmal ziemlich laut und je weiter wir voran schreiten, desto lauter wird es, bis wir uns selbst kaum noch verstehen können. Als wir dann endlich aus dem Tunnel kommen, wissen wir, woher der Lärm kommt.


    Aus dem Berg ergießt sich ein riesiger Wasserfall genau auf den Weg. Darüber ist ein Wellblechdach und das Prasseln des Wassers auf dieses Dach macht diesen unglaublichen Lärm.




    Richtig dicht ist das Dach jedoch nicht; der Weg drunter ist überschwemmt und die Levada ist auch nur notdürftig mit Brettern abgedeckt. Ein guter Platz, um umzukehren (Unvollendete die 2te).



    Ich muss ehrlich zugeben, ich bin schon froh, als ich heil und trocken wieder draußen ankomme.




    Wir laufen zurück, den gleichen Weg wie hin. Wie immer geht es zurück deutlich schneller als hin.


    Teilweise läuft man nur auf der Levada-Mauer lang; aber immer ist zumindest ein kleiner Zaun auf der abschüssigen Seite.



    Noch ein Blick auf die Mündung des Ribeira do Janela.



    Nach insgesamt 3,5h sind wir wieder am Auto und genau dann fängt es wieder an zu nieseln. Na bitte, wie bestellt!


    Wir springen ins Auto und fahren zurück nach Ponta del Sol.


    3x dürft ihr raten, was es zum Abendessen gibt.


    Genau, Tintenfisch, diesmal zwei verschiedene Sorten.




    Palmherzensalat



    Und da der Espedata im Jungle Rain Café so schlecht war, geben wir dem Spieß hier noch mal eine Chance, und der ist auch richtig lecker.



    Die Beilagen ignorieren wir und trotzdem rollen wir nach draußen. Aber es war einfach zu lecker, und vor allem der Tintenfisch Diablo…Hmmmm…


    In der Hoffnung auf besseres Wetter morgen – leider sagt der Wetterbericht wieder Regen voraus – fallen wir dann todmüde ins Bett.


    Fazit: Super, dass sich das Wetter dann doch beruhigt hat, so dass wir nun doch noch Wandern konnten. Der Weg war sehr schön, die Ausblicke auf den Fluss und das Window auch und dann der Lorbeer- und Eukalyptuswald – herrlich!


    Gute Nacht!


    PS: Ich bin nicht in die Levada gefallen! :gott:


    Fahrtstrecke: ca. 88km

  • Hi Andrea, danke für den Klasse Bericht zum Frühstück, macht wie immer viel Spaß beim lesen.

    Zitat

    Original von AndreaR
    Wir springen ins Auto und fahren nach Westen. Wir folgen der alten Küstenstraße, auf dem Weg nach Calheta müssen wir erst durch diesen Wasserfall hindurch fahren.


    An die Waschanlagen auf der alten Straße kann ich mich auch noch gut erinnern, nur sind wir da mit dem Moorrad durch. :cheesy: Macht aber bei schönem Wetter richtig Spaß - außerdem war deutlich weniger Wasser im Rohr.

  • Madeira ist wirklich eine wunderbare Insel zum Wandern. Ich habe meinen Wanderurlaub sonst immer auf den Kanaren verbracht, doch als das Archipel aufgrund des Coronavirus zum Risikogebiet erklärt wurde, bin ich zum ersten Mal nach Madeira geflogen. Und diese Wanderreise nach Madeira wird sicherlich nicht mein letzten Urlaub auf der schönen Insel im Atlantik gewesen sein!


    Ich hoffe, dass wir die Pandemie bald überstanden haben (lasst euch impfen!) und endlich wieder frei in der ganzen Welt reisen können!!!! :-)

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