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Reisebericht: Get the kick of your life on route 95 |
Hatchcanyon
Lancisti
 

Dabei seit: 26.08.2004
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Herkunft: Hessischer Odenwald (+ Utah)
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| Reisebericht: Get the kick of your life on route 95 |
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Get the kick of your life on route 95!
Route 95, genauer die UT 95, - auch Bicentennial Highway wegen ihrer endgültigen Fertigstellung im Jahr 1976 genannt - ist eine Strasse, die möglicherweise mehr touristischen Verkehr sieht als Einheimische. Verbindet sie doch grosse Attraktionen des Südwestens. Arches/Canyonlands mit Natural Bridges, Goosenecks und Monument Valley und anderen. Wer die Runde über Hite fährt, wird hier auch vorbeikommen.
Es ist erst 60 Jahre her, dass man hier überhaupt mit dem Bau einer Road begann. Erste Prospektoren, die nach WW II die Gegend um Fry Canyon nach Uran absuchten, machten sich noch zu Pferd auf den Weg in die Wildnis. Der Bau war schwierig und so wichtig, dass der Gouverneur die Strasse persönlich mit einem grossen Fest an der Hite Ferry einweihte. Die Menschen von Hanksville und Blanding hatten erstmals eine relativ kurze Verbindung zwischen ihren Gemeiden. Eine Road über den Moqui Dugway hinunter nach Mexican Hat gab es damals im Übrigen noch nicht.
Beim Bau waren Hindernisse zu überwinden und deren Bedeutendstes stellte die viele 10 Meilen lange Comb Ride dar. Zwar war weiter im Süden - zwischen Bluff und Mexican Hat - schon eine Strasse entstanden, aber das war viel zu weit weg. Also wurde die Sache angegangen und mit viel Dynamit und der Hilfe von Cats (Caterpillar Raupen) ein Weg vom "Cheese and Raisins" - Gebiet hinab in den Comb Wash gesprengt. 300 Meter hohe, nahezu senkrechte Cliffs waren zu überwinden.
Auf den obersten 6-800 Metern folgt die Route dem Einschnitt eines Washs. Um die Strecke auch dann noch befahrbar zu halten, wenn der Wash Wasser führte, sprengte man neben der Strasse einen Graben in den Fels, der den Bach aufnehmen konnte. Weiter unten stürzen die Wasser dann ins Cliff.
Wieso eigentlich Strasse? Man war nicht verwöhnt, froh, überhaupt eine trassierte Route zu haben. Mit Individualverkehr im heutigen Sinne rechnete sowieso niemand. Trucks waren robuster. Ein gelegentlicher Pkw - nun das war eigenes Risiko. Und so war auch die Strasse. Grob in den Fels gesprengt, mit Absätzen und Stufen. Schmal, oft nur einspurig. Und bis heute ist sie nicht besser geworden.
Wie kommt man hin? Relativ einfach und doch wird es kaum ein Fremder ohne Hilfe finden. Wer vermutet das schon?
Von Blanding kommend, taucht die UT 95 dreieinhalb Meilen von der US 191 entfernt mit scharfen Kurven und ziemlichem Gefälle hinunter in Zekes Hole. Das ist der erste markante Punkt. Unten angekommen, muss man den Mile Marker 115 entdecken, der ca. in 1,5 Meilen Entfernung steht. Dummerweise sind die Marker in dieser Richtung nicht zu sehen, da die Road nur in der Gegenrichtung beschildert ist. Trotzdem, der Abzweig ist eigentlich nicht zu verfehlen. Und man kann zur Sicherheit ja mal den Kopf wenden.
Gross und breit geht eine Road nach rechts. Guter, neuer Gravel! Eine Meile weiter, nach links eine kleiner Road. Deutliche Zeichen, hier ist alter Teer und auch noch die Reste eines gelben Mittelstrichs! Da sind wir richtig. Wir folgen der alten Road nach Westen, durch relativ nichtssagendes Hügelland. Cheese and Raisins. Warum es so genannt wird hat sich uns nicht erschlossen.
Der Teer endet bald, die folgende Dirt Road wird nach und nach zu einer Art Trail. Man kann schon die Comb Ridge erahnen - besonders beeindruckend ist sie aus dieser Richtung nicht! - da biegt der Weg nach ca. 4 Meilen ab dem letzten Abzweig nach Süden ab. Noch einmal muss man sich in der nächsten Meile rechts halten, bevor sich der Weg abzusenken beginnt. Eine Art Abflussgraben, die rechte Seite deutlich tiefen als die links verlaufende Spur. Eindeutig künstlichen Ursprungs. Hier sind wir am Start hinunter in das lange Gefälle, - dort wo man begann, sich durch die Kerbe des Washes zu sprengen. Und dem Wash ein neues Bett schuf, um auch bei Wasser noch eine Chance zu haben.
Nach wenigen hundert M;etern eröffnet sich ein atemberaubender Ausblick durch das Cliff der Comb Ridge. Hier ist Aussteigen angesagt. Nicht nur wegen des Ausblicks, nein, auch um zu prüfen, ob die eigenen Nerven dem Abstieg gewachsen sind. Links im Cliff zieht sich der Trail schnurgerade und mit nicht zu unterschätzendem Gefälle durchs Cliff. Wer schon am Shafer Trail Herzklopfen bekommt oder am Moqui Dugway einen Schweissausbruch, der wird hier vielleicht am falschen Ort sein. Umkehren ist an diesem Punkt noch relativ einfach, der Weg breit genug.

Vor uns die erste und einzige Harrnadelkurve. Schaut man über den Rand in die Tiefe, entdeckt man den riesigen Alkoven tief unten, aber auch die abgestürzte 50er - Jahre Limousine. Weiter unten wird man noch mehr Unglücksfahrzeuge entdecken. Die Strecke war mörderisch, wenn der Fahrer nicht volle Konzentration aufbrachte oder Wetter bzw. die Technik gegen ihn waren. Heute muss man zumindestens nicht mehr so sehr mit Gegenverkehr rechnen.
Ganz unten breitet sich das Tal des Comb Washs aus, dahinter und jenseits der gewaltigen Erdfalte im sanften Boden der Anstieg auf Baullie und Little Baullie Mesa, die solche Beauties wie Mule- und Arch Canyon mit seinem immer fliessenden Bach und einer Anzahl Arches verstecken.
Der Abstieg kann beginnen. Gut für den Fahrer, schlechter für den Copiloten. Obwohl, so dramatisch erscheint einem dann der Absteig doch nicht. Nochmal anhalten, wieder über das Cliff schauen. Jetzt bietet sich der Blick auch nach oben - zur Haarnadel hin. Und auf weitere abgestürzte Fahrzeuge. Mahnmale! Nach unten wirds nun weniger spektakulär, die Höhe nimmt ab.
Unten im Tal des Comb Washes angekommen, wendet man sich nach Süden und erreicht auf sehr guter Dirt Road nach ca. 3,5 Meilen die moderne UT 95. Genau am unteren Ende der neuzeitlichen Steigungsstrecke. Ein Vergleich lohnt!
© RRS 2006
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Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Hatchcanyon: 10.08.2006 19:39.
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10.08.2006 17:31 |
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Busty
guter Stammkunde
   

Dabei seit: 02.08.2004
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Rolf, du bist gemein. top12 Du machst nämlich nicht nur Appetit, Du machst Hunger.
Wieder mal ein mehr als interessanter Bericht und die To-Do-Liste wird wieder verlängert. top26 Kann man das noch mit einem Mietwagen bewältigen? Wenn ja, wie lange braucht man denn dafür in etwa? Ich denke dabei gerade daran, einen kleinen Loop zu fahren...
Gruß
Busty
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10.08.2006 18:02 |
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Hatchcanyon
Lancisti
 

Dabei seit: 26.08.2004
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Hi Busty,
mit einem SUV geht es, aber natürlich muss jeder selbst wissen, was er sich und dem Material zutrauen kann.
Für den reinen Umweg - UT 95 neu bis wieder auf die UT 95 neu - braucht man nicht allzu lange. Es sind ja nur ca. 10 Meilen Road und davon die Hälfte in gutem Zustand. Noremalerweise vielleicht eine Stunde. Dazu rechnest Du mal die Zeit, die für Ausblicke und Photos anfallen
Danke fürs Lob! top17
Gruss
Rolf
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10.08.2006 19:02 |
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americanhero
Thekenhelfer
 

Dabei seit: 23.07.2006
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Hallo Rolf,
Ein klasse Bericht, der kommt mir ja wie gerufen. top26 top26 top26
Ich will ja schließlich im nächsten Jahr die 95 komplett abfahren mit einigen netten Abstechern zu beiden Seiten natürlich. Von daher sammele ich natürlich schon jezt alle Infos, die ich dazu bekommen kann. :-) Und deine Beschreibung ist klasse, vor allem die Aussichten müssen klasse sein. genau das Richtige für mich.
__________________ Greetz,
Yvonne
americanhero-auf-reisen
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10.08.2006 19:16 |
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Otto
Moderator
  

Dabei seit: 12.10.2004
Beiträge: 7.365
Herkunft: Niederrhein
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10.08.2006 19:34 |
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early
Freund des Hauses

Dabei seit: 17.10.2004
Beiträge: 1.873
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vielleicht bring ichs rein, wird aber dieses mal wahrscheinlich nicht gehen....
schade
Aber: Danke für den Bericht top26
early
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10.08.2006 19:44 |
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Hatchcanyon
Lancisti
 

Dabei seit: 26.08.2004
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Hi!
Nochmals Danke fürs Lob!
@Otto: der Endpunkt wäre die Arch Canyon Road, dort kommt man in meiner Beschreibung wieder zurück auf Teer. Die Comb Wash Road geht dagegen ziemlich genau gegenüber nach Süden.
Gruss
Rolf
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10.08.2006 19:48 |
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americanhero
Thekenhelfer
 

Dabei seit: 23.07.2006
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Ich muß mir das am WE, wenn ich wieder da bin, mal ganz genau auf der Karte ansehen. Auf jeden Fall ist das eine tolle Ecke, die ich so noch gar nicht auf der Reihe hatte.
Rolf, ich glaube, wenn ich hier noch länger deine ganzen Reiseberichte studiere, brauche ich in den nächsten zehn Jahren in keine andere Ecke mehr zu fahren. Meine To Do Liste ist eh schon sooooo lang. :-) ;-)
__________________ Greetz,
Yvonne
americanhero-auf-reisen
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10.08.2006 20:36 |
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arizona
Stammtischpräsident
 

Dabei seit: 10.07.2004
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10.08.2006 21:25 |
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Traude

Freund des Hauses


Dabei seit: 11.07.2004
Beiträge: 1.894
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Wir sind die 95 zum Teil auch voriges Jahr gefahren und die Gegend ist so schön gewesen das es wert ist nochmal dort zu fahren.
Danke Rolf für die Beschreibung und auch die von Holger. ;-)
Gruß Traude
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11.08.2006 11:19 |
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usabima

Freund des Hauses


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Herkunft: Berlin
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...ja, DAS sind genau die Tipps, die das Forum so toll machen -
DANKE!
top26 top26 top26 top26 top26
Usabima
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11.08.2006 11:58 |
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Hatchcanyon
Lancisti
 

Dabei seit: 26.08.2004
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Themenstarter
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Na dann bin ich ja mal gespannt, wieviele sich da wirklich runtertrauen? top24 Wenn ich so an die diversen Kommentare zum Shafer Trail denke! :-)
Gruss
Rolf
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11.08.2006 14:31 |
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