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Reisebericht: Utah´s Chain Gangs  |
Hatchcanyon
Lancisti
 

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Herkunft: Hessischer Odenwald (+ Utah)
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| Reisebericht: Utah´s Chain Gangs |
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Chain Gangs
Eigentlich ist das kein erbaulicher Reisebericht!
Anfang Juni 2004 durchquerten wir die Henry Mountains von Norden nach Süden. Start in Hanksville, am alten Airport vorbei nach Süden und über den Pass westlich des Bull Mountain hinein in die Berge.
Schon aus einiger Entfernung wurde klar - das waren nicht mehr die Henries, die wir kannten! Grossflächige Brandwunden zeigten sich an den Hängen, teilweise waren die Oberflächen ganzer Berge verkohlt. Auch das einst liebliche Tal des Bull Creeks hinter dem Bull Mountain war nicht verschont geblieben, - zumindest nicht der Anstieg hinauf Pass. Die Fahrt durch völlig verkohlte Baumleichen wurde nur dadurch erträglicher, dass sich frisches Grün am Boden zeigte. Die Natur begann sich zu regenerieren!
Auch der Pass selbst meinte es nicht gnädig mit uns! Wie so oft um diese Jahreszeit war er auf der Ostseite im letzten Stück vor der Passhöhe unpassierbar - der Schnee lag teilweise wohl noch über 2 Meter hoch! Hier war kein Feuer gewesen. Umkehren war angesagt. Wieder unten, dort wo sich der Weg vom Pass gabelt und links zurück nach Hanksville bzw rechts in Richtung Bromide Basin und Little Egypt führt gibts einen Hügel rechts des Trails. Mit 4 WD kommt man rauf. Oben fühlt man sich wie im Flugzeug - ein grossartiger Rundblick! Wenigstens etwas! Auch ein guter Platz für ein Lunch.
Wir beschliessen, auf der Ostseite der Mountains nach Süden zu fahren - vorbei am Bromide Basin mit seinem historischen Bergbau. Hier haben die Brände nicht gewütet - es ist wieder grün. So sonderlich reizvoll ist die Strecke trotz allem nicht. Teils Wald, teils High Chapparal. Am Südrand des Mt. Ellen gehts über die Copper Ridge und zwischen Ragged Mountain und The Horn ins Tal des Slate Creek.
Katastrophengebiet! Soweit das Auge reicht ist die gesamte Vegetation verbrannt. Hier müssen die Feuer erst vor relativ kurzer Zeit ihr Zerstörungswerk getan haben, - vielleicht im Herbst 2003. Nur am Boden spärliches, neues Grün!
Das Druckqueren solcher Gebiete ist nicht ohne Risiko! Die angekohlten Baumleichen sind teilweise instabil. Immer wieder trafen wir auf umgestürzte Stämme. Jetzt fahren wir schon eine Stunde und noch immer ist kein Ende abzusehen! Da, plötzlich eine merkwürdige Erscheinung! Alle schwarzverkohlten Stämmen sind umgestürzt, liegen in eine Richtung zeigend. Ein Sturm? Wohl kaum, denn ein folhender Streifen liegt in die Gegenrichtung. Was war hier vorgefallen? Eine Erklärung hatten wir nicht. Noch nicht!
Irgendwie schlägt die triste Umgebung aufs Gemüt. Wir wollen nur noch weg! Der Weg ist allerdings nicht zum Rasen geeignet. Plötzlich sichten wir linkerhand etwas, - metallisch glänzend im Sonnenlicht wie eine Riesenschlange. Beim Näherkommen entpuppt sich das Objekt als riesige Kette!
Chaining!
Das ist das Schlagwort - davon hatte ich schon gelesen! Hatten die Rancher früher angewandt um mit Bäumen und Gestrüpp bestandenen Flächen zu roden. Mittels einer Kette, die zwischen zwei Bulldozern gepannt und über das Gelände gezogen wurde. Brutal und extrem umweltschädlich. Daher heutzutage verpönt und verboten! Aber hier nutzte man die Methode noch oder wieder. Welchen Sinn das hatte, haben wir nicht ergründet. Ob man schneller aufforsten wollte?
Die Kette müssen wir uns näher ansehen! Die gewaltigen Kettenglieder sind fast so breit wie mein Fuss und deutlich läger. Damit sie sich leichter am Gehölz festbeissen, hat man noch kurze Stücke Eisenbahnschienen drangeschweisst. Ein teuflisches Werkzeug!
Wir schlagen uns weiter nach Süden durch, über den Stanton Pass in Richtung auf die Strasse nach Bullfrog. Auch südlich des Passes ist die Landschaft weitgehend durch die Brände gezeichnet. Erst nahe der Road wird es besser! Bedrückend, was wir gesehen haben! Ob die Bisons geschädigt wurden, als die Brände tobten? Wir wissen es nicht! Für die Rancher des Gebietes muss es ein enormer Schaden sein. Sicherlich hat die langanhaltende Trockenperiode der vergangenen Jahre die entscheidende Rolle gespielt!
Etwas bedrückt kehren wir nach Moab zurück. Die Henries sind wohl für eine längere Periode ihres Reizes beraubt. Ein Glück, dass solche Ereignisse in den tiefer liegenden Wüstengebieten kaum möglich sind.
Nachtrag:
Wer sich ohne den Aufwand in die einsamen Gebiete der Henries zu fahren über die Auswirkungen des Chainings informieren möchte, der kann die auf der Strasse von LaSal Junction hinüber nach LaSal tun. Besonders links der Strasse kann man auch nach Jahrzehnten noch die langgezogenen Haufen aus dürren Pines und Juniper erkennen, die dem Chaining der früheren Jahre zum Opfer fielen. Genutzt hat es im Übrigen den Ranchern nicht - die Ausbeutung der Natur rächt sich immer. Die "gesäuberten" Flächen konnten zwar kurzfristig mehr Vieh ernähren. Doch schon nach wenigen Jahren gingen die Erträge zurück. Überweidung und Erosion waren die Ursachen. Mancher Rancher hatte sich mittels Chaining sein eigenes wirtschaftliches Grab geschaufelt.
Zu solch einer Chain Gang gehören immer 5! Zwei Fahrer, zwei Caterpillar und eine Ankerkette!
© RRS 2005
Ein wunderschönes Bild der Henry Mountains findet sich im Übrigen hier:
Lala`s Panoramabild
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Chain.jpg (197,42 KB, 136 mal heruntergeladen)
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07.11.2005 17:28 |
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Hatchcanyon
Lancisti
 

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Bildanhang 1:
Die Kettenglieder sind wirklich riesig!
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07.11.2005 17:29 |
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Hatchcanyon
Lancisti
 

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Bildanhang 2:
vom Stanton Pass nach Südosten.
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07.11.2005 17:30 |
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early
Freund des Hauses

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Beiträge: 1.873
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Hallo Rolf,
'schöner' Bericht und tolle Fotos! Ich finde die riesigen abgebrannten Flächen sind abgesehen von etwas bedückend auch immer interessant - soviel Platz hat die Natur bei uns ja nicht mehr...
Die Ketten sind wirklich riesig! beim heutigen Stahlpreis sollte man sie vielleicht rausholen und verkaufen ;-)
Erwin
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07.11.2005 18:10 |
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