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Freitag, 9. Dezember 2011, 21:44

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Original von Otto

Zitat

Original von taliesin
Es wird mir allerdings ein Räzel bleiben, wie man 3 std wandert wenn man sich den Magen verdorben hat :o9: :hau: -


Alles Willenssache! :zwinker:


Ich bin 2008 auch kreuz und quer durch den Zion NP und auch hoch zum Observation Point, obwohl ich tagelang sozusagen nichts essen konnte. :peace1:


Ich hab den Bericht auch gelesen. Ohne dir zu nahe treten zu wollen fand ich dass jetzt eher fahrlässig als beeindruckend. :nonono:
Du warst schliesslich alleine unterwegs und allein durch den Flüssigkeitsmangel hätte auch anders ausgehen können :hau:

Aber wenn man deine Reiseberichte so liest umgibt dich ja häufig ein Hauch von Abenteuer und die Schutzengel sind gut beschäftigt :zwinker:

Lg wiebke
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Sonntag, 11. Dezember 2011, 12:29

Ich bin noch nicht ganz durch, aber wieder mal schwer beeindruckt... Madeira... da freuen wir uns auch schon lange drauf... :nicken:

Warum sind eigentlich diese dämlichen Flüge dahin so teuer... :kopfkratz:

Yes
...verrückt nach Reisen...

:bier:


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Sonntag, 11. Dezember 2011, 20:23

@ Yes: Ja, Madeira ist eine traumhafte Insel und hat mit Bergen, Meer und Wald einfach unglaublich viele Facetten.

Gute Komplettangebote gibt es übrigens bei Air Berlin, ich glaube, Binoli heißt das. Da suchst Du erst den Flug aus, dann Hotel und evtl. noch Leihwagen. Wir haben z.B. ein Komplettangebot für die Woche nach Karneval für ca. 1.000 EUR pro Person; alles einzeln hätte ca. 1.600 gekostet.

___________________________________________________________

01.11.2011
Ponta do Sol – Paúl do Serra


Heute wird ein echter Abenteuertag; das wissen wir aber am Morgen natürlich noch nicht.

Weil´s gestern so schön war, wollen wir heute noch mal auf die Hochebene. Von dem Parkplatz nahe Rabacal, wo wir gestern das Auto abgestellt haben, gehen noch einige Wanderwege ab. Einen haben wir gestern gesehen bzw. wir haben den Einschnitt der Levada im Hang gesehen und da wollen wir heute hin. Wir finden den Weg nicht in unserem Wanderführer, aber das Praktische an den Levadas ist ja, dass man sich nicht verlaufen kann; falls es nicht mehr weitergeht, geht man eben den gleichen Weg zurück.

Ich lasse Rainer ausschlafen, und siehe da, die lange Nachtruhe hat ihm sichtlich gut getan. So gehen wir noch spät zum Frühstück und schaffen eine Grundlage für den heutigen Tag. Erstaunlich, dass Rainer schon wieder so reinhauen kann.

Bei uns im Hotel blühen gerade übrigens die Kakteen.







Noch eine Blume



Das ist übrigens ein Drachenbaum



Und das ist die Aussicht von unserem Frühstücksrestaurant.



und hier noch mal, weil es so schön ist, von der Terrassenbar







Die Geckos checken auch schon mal das Wetter.



Gesättigt machen wir uns auf den Weg Richtung Paúl do Serra.

Das ist übrigens die Nationalblume von Madeira, eine Agapanthus.



Leider ist heute hier oben mehr Nebel als gestern, aber da wir ja diesmal auf der anderen Seite in den Bergen unterwegs sein wollen, ist uns das relativ egal.

Wir genießen die Aussicht in einer kurzen Nebelpause



und steigen dann gleich neben der Straße, hinter dem Parkplatz, in Richtung Levada do Paúl.



aber hier stromabwärts.

Von allen Seiten fließt wieder Wasser in die Levada.



Und Fische schwimmen auch durch



Die Levada fließt zusammen mit dem Bach Alecrim und ab dann heißt sie dann Levada do Alecrim, was auf Deutsch Rosmarin bedeutet.





Der Weg ist sehr schön und dicht bewachsen; teilweise schließen sich die Bäume fast wie ein Dach über unseren Köpfen zusammen und viele kleine Wasserlöcher sind seitlich der Levada zu finden.







Wenn sie ja nicht so einen langen Schwanz hätte, wäre sie richtig kuschelig



Es sind nur wenige Leute unterwegs, wir treffen auf dem Hinweg gerade mal 4 Personen und können so die Natur in Ruhe genießen.





Weeping Rock



Rechts und links ist die Vegetation so hoch, dass man praktisch nichts sehen kann; nur an einigen wenigen Stellen hat man einen Ausblick, hier zurück auf den Parkplatz. Man kann die Unmengen an Autos erkennen, allerdings sind praktisch alle Wanderer in Rabacal unterwegs.









Die Levada schlängelt sich malerisch durch die Landschaft



bis wir plötzlich an eine Forellenleiter kommen.







Ich schaffe es, die ziemlich rutschige Treppe heil nach oben zu kommen. Ist bei mir nicht unbedingt selbstverständlich.





Eine Mini-Levada ergießt sich fast senkrecht in die Levada do Alecrim.



Irgendwann geht links ein kleiner Weg ab, den wir zunächst nicht beachten. Das wäre auch besser dabei geblieben…

Am Ende der Levada kommen wir an einen wunderschönen Wasserfall mit diversen Pools. Hier treffen wir dann mal auf ein paar andere Leute – alles Deutsche!





















Eigentlich wollten wir hier ein Picknick machen, aber dann taucht ein Italiener auf, der lautstark auf seinem Handy telefoniert. Das zerstört den Moment und wir packen unser Futter wieder ein.

Der Weg ist hier zu Ende, wir müssen also auf dem gleichen Weg zurück. Rainer hat jedoch im Reiseführer gelesen, dass es irgendwo einen kleinen Abzweig geben soll, der direkt nach Rabacal führt. Das muss der Weg sein, den wir eben gesehen haben. Prima, dann können wir in Rabacal ja noch zu den 25 Fontes oder zum Risco-Wasserfall. Denkste aber auch nur!

Wir finden recht schnell wieder zu der Abzweigung und biegen dort ab. Der Weg führt steil nach unten; klar, Rabacal liegt ja auch deutlich unter unserer Höhe.



Der Weg ist ziemlich dicht bewachsen, auf allen Seiten, und extrem feucht und morastig.





Alle paar Meter kommt ein Wasserfall von oben, über den wir mehr oder weniger drüber kraxeln müssen.





Zunächst haben wir viel Spaß bei der Kletterei und sehen bald aus, als hätten wir direkt im Dreck gesuhlt. Aber irgendwann macht auch die schönste Kletterei keinen Spaß mehr, es wird immer anstrengender und es ist kein Ende in Sicht. Schon lange haben wir niemanden mehr gesehen und außer dem Rauschen der Blätter im Wind ist nichts zu hören.

Dazu kommt noch, dass der Weg sich irgendwann gabelt und wie wir schon oft bemerkt haben, gibt es auch hier keine Schilder. Nach kurzer Diskussion folgen wir dem linken Weg, weil uns der am Logischsten erscheint, denn irgendwo da muss Rabacal sein.

Langsam wird uns echt mulmig zumute. Der Tag ist schon weit fortgeschritten; wir haben zwar unsere Lampen dabei, aber ich fühle mich so schon unsicher genug. Im Dunkeln möchte ich hier nicht rum kraxeln. Dazu kommt noch, dass wir nicht wissen, ob wir überhaupt noch richtig sind und den ganzen Weg zurück nach oben? Davor graust es uns!

Wir beschließen, einen Zahn zuzulegen, noch ca. 30 Minuten drauf zu geben und dann, wenn wir immer noch nichts von Rabacal sehen können, umzudrehen.

Blöder Fehler, denn kaum einen Schritt schneller, kommt es, wie es kommen musste und ich rutsche aus. Aus Reflex stütze ich mich wohl mit Ellenbogen und Handgelenk ab und tue mir schrecklich weh. :cry: Ich sehe erst mal Sternchen und im allerersten Moment befürchten wir, dass ich mir die Hand gebrochen habe. Gottseidank ist das nicht der Fall; es ist wohl nur eine schlimme Prellung. :schwitzen: Nun kann ich leider auch den Wanderstock nicht mehr halten, bin also noch wackeliger auf den Beinen.

Wir biegen um die nächste Ecke, und siehe da, was leuchtet da so verführerisch zwischen den Bäumen?



Hurra, es ist die Straße nach Rabacal! Noch nie habe ich mich so gefreut auf ein Zeichen der Zivilisation.

Wir bringen die letzten Meter hinter uns und dann setze ich mich erst mal an den Straßenrand, meine Knie sind Pudding.

Und, wir glauben es kaum, genau 2 Minuten nach uns kommt ein weiteres Pärchen aus dem gleichen Weg, den wir gegangen sind. Irgendwie sehen die nur viel fitter aus als ich und lachen auch noch. Danach ist mir nun echt nicht zumute und wandern will ich heute auch nicht mehr (Unvollendete die 1ste). :girl3:

Irgendwann raffe ich mich auf und wir laufen die letzten Meter bis Rabacal, was eigentlich kein Ort ist, sondern nur ein Forsthaus.







Von hier aus fährt der Shuttle in Minutenabständen bis zum Parkplatz zurück. Die einfache Fahrt kostet 3,--, aber ich hätte auch 30,-- bezahlt.

In ein paar Minuten sind wir oben und dankbar lasse ich mich auf den Autositz fallen. So ein Abenteuer brauche ich nicht noch mal und mittlerweile ist mein Handballen schon hübsch blau geworden. Dennoch habe ich Glück gehabt, dass die Hand nicht gebrochen ist. Oder, noch schlimmer, dass ich mir irgendwas am Fuß getan hätte. :o9:

Da uns noch ein bisschen Zeit bleibt, bis es dunkel wird, und das Thema Wandern für heute ad acta gelegt ist, fahren wir noch zum Encumeada Pass – nur zum Gucken!

Zwischendurch gibt es immer wieder phantastische Ausblicke auf die Umgebung und ins Tal.













Nein, es brennt nicht, das ist nur der Nebel





Wir haben eine tolle Aussicht über Sao Vicente an die Nordküste.







Vom Pass aus fahren wir wieder Richtung Süden, nach Ribeira Brava, aber schon kurz danach halten wir wieder an und genießen die Aussicht auf ein Zwischental.

Wir sind total verzaubert und ich vergesse sogar für einen Augenblick meine schmerzende Hand. Leider ist das Licht nicht so optimal; die Fotos können nicht annähernd wiedergeben, wie toll es hier war.













Wir folgen der Straße nach Ribeira Brava und sind schon bald wieder in Ponta do Sol. Unten am Meer, ein Tunnel vor unserem Hotel, fällt uns ein Fischrestaurant auf. Hunger, und hoffentlich gibt es hier Tintenfisch!

Den gibt es!!!



Die Portion ist nur eine Vorspeise. Wir sind irrtümlich davon ausgegangen, dass es nur so eine kleine Portion ist, wie man sie in Spanien von den Tapas kennt. Daher hatten wir noch eine Hauptspeise bestellt, einen gemischten Fischteller, der uns dann echt aus den Socken haut.



Wer soll denn das essen? :kopfkratz:

Dazu gibt es noch ein paar unbedeutende Beilagen.



Also wenn ihr mal in die Gegend kommt, können wir das Frango da Guiia3, Lareira Portuguesa nur empfehlen.

Bereits nach der Hälfte kapitulieren wir, das ist nicht zu schaffen. Was für ein herrliches Gefühl: es ist Anfang November, wir sitzen gemütlich draußen beim Essen und sogar ich friere nicht.

Wir kugeln zurück zum Parkplatz und fahren die letzten wenigen Kilometer bis zum Hotel, suchen einen Parkplatz und keuchen die Auffahrt hoch.

Leider ist für morgen Regen angesagt, so dass wahrscheinlich nichts wird mit Wandern. Eventuell machen wir dann mal eine Inselrundfahrt, das entscheiden wir spontan.

Fahrstrecke ca. 44 KM

Fazit: So im Nachgang gesehen hat es schon Spaß gemacht. Sowohl die Wanderung an der Levada bis zum Wasserfall und ehrlich gesagt auch die Kraxelei durch die „Abkürzung“ nach Rabacal. Ich bin nun mal von Haus aus ein Bewegungslegastheniker, und ich habe mir die Hand ja schließlich nur FAST gebrochen :zwinker:
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Sonntag, 11. Dezember 2011, 20:33

aua!

So einen Stutz braucht man nu garnicht!

Gut das nicht mehr passiert ist !

Macht sehnsucht dein Reisebericht :nicken:

Aber nur noch eine Woche dann ist weihnachtsurlaub.

LG wiebke
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Sonntag, 11. Dezember 2011, 21:38

Wow...tolle Bilder.
Madeira ist eine schöne Insel.

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Sonntag, 11. Dezember 2011, 21:38

So, bin auch wieder up to date. Klasse Bericht - und zum Glück ist der Sturz ja auch halbwegs glimpflich ausgegangen.
Beim Esse nmuss ich mich Otto anschließen, die Vorspeise ist ein "No Go". Aber bei dem Hauptgericht fällt da gar nicht auf, wenn man die einfach weg lässt. :nicken:
Ich hoffe, ihr habt die 25 Fontes noch machen können, dort war es einfach nur traumhaft - aber eigentlich wie fast überall auf dieser schönen Insel.

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Sonntag, 11. Dezember 2011, 22:13

Jawoll!!! Das Restaurant kommt auf die Liste! :daumen: Voll mein Ding. :nicken:

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Montag, 12. Dezember 2011, 07:52

Ich bin Dir bis hierher nachgereist... :D. Toller Bericht und schöne Bilder ! Und zu dieser Jahrezeit genau das richtige !

Mir kommt das alles so bekannt vor. Meine Eltern sind jahrelang 1-2 im Jahr nach Madeira geflogen. Immer im Frühling und Herbst. Sie waren ganz verliebt in die Insel. Die Bilder sind ganz ähnlich. Irgendwann komme ich auch dahin :nicken: . Bisher kennen wir nur den Landeanflug aus dem Flugsimulator, an dem wir kläglich gescheitert sind... :D
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Montag, 12. Dezember 2011, 12:09

Habt ihr Flug und Hotel separat oder war das pauschal? Wenn ja? Costa quanta wenn ich fragen darf?

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Montag, 12. Dezember 2011, 12:29

:totlach: da kann ich mir vorstellen, wie geschafft Ihr ausgesehen haben mußt, wenn man Euch so viel bestellen läßt!!!

muhtsch

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Montag, 12. Dezember 2011, 18:15

@ Otto: Dann wäre Dir aber echt was entgangen, der Tintenfisch war sensationell :daumen: Einen ähnlich guten hatten wir nur mal auf Lanzarote in Orzola
Und ja, für Stürze o.ä. bin ich immer zu haben (ich sage nur Körperklaus :totlach:)
Und Eidechsen... klar

@ Kat: Wir haben alles einzeln gebucht, d.h. Flug, Hotel. Den Mietwagen haben wir bei Air Berlin mit dem Flug als Kombi gebucht. Die Flüge waren sauteuer, irgendwas um die 700,-- EUR, aber dafür direkt ab Düsseldorf. Die meisten Pauschalangebote waren leider entweder mit Hotels in Funchal - da wollten wir aber nicht hin - oder sie waren mit anderen Flügen verbunden, die wir auch nicht wollten (umsteigen in Lissabon). Über Airberlin kann man aber auch gute Komplettangebote buchen, allerdings nicht mit dem Hotel, das wir hatten.

@ Susanne: Na das glaube ich gerne, dass der Landeanflug auch im Simulator nicht einfach ist. Bis vor nicht allzulanger Zeit konnten auch nur kleine Maschinen dort landen bzw. die konnten nicht voll tanken und mussten dann gleich auf Porto Santo zum Volltanken noch mal zwischen landen.

@ Oli: Ist wirklich ein guter Tipp, das Restaurant. Aber nicht nur für Fisch, auch für Fleisch.

@ biker175: Nö, die 25 Fontes haben wir nicht mehr geschafft, aber dazu später mehr...

@ Wiebke: Dann wünsche ich Dir schon mal viel Vorfreue auf den Urlaub!!!

LG
Andrea
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Ingrid

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Dienstag, 13. Dezember 2011, 16:28

Aha...wenn se Hunger haben, gehts ihnen wieder gut :bier:

Du hast aber auch wirklich Glück im Unglück gehabt...trotzdem blöd :brav:

Auf der Terrassenbar könnte ich es jetzt auch aushalten...wunderbare Aussicht.

War ja ein anstrengender und auch aufregender Tag mit sehr schönen Ansichten :daumen:

"Dazu gibt es noch ein paar unbedeutende Beilagen."...

...davon wäre ich schon satt gewesen. Aber lecker sieht alles aus :nicken:

LG Ingrid
Humor ist der Knopf der verhindert, dass mir der Kragen platzt.

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Mittwoch, 14. Dezember 2011, 22:20

Na klar, Ingrid :zwinker: Und das Essen war auch einfach zu toll!
... und das Essen war überall so viel, dass wir nicht ein einziges Mal alles aufessen konnten.

_________________________________________________________

02.11.2011
Lamaceiros – Levada Ribeira da Janela

Ab 5:00 Uhr morgens ist nicht mehr an Schlaf zu denken, zumindest für mich nicht: Die Welt geht unter! Zumindest könnte man das hier am Meer fast denken. Es regnet, nein, es schüttet, dazu stürmt es, dass man fast glauben könnte, es reißt die Bäume raus. Ich weiß gar nicht, was lauter ist; das Donnern des Meeres oder der Sturm.



Komisch, keiner am Pool heute ;-)



Leider stimmt der Wetterbericht also. Blöd, warum kann sich der nicht auch mal irren…

Meine Hand tut immer noch weh, und zwar nicht zu knapp. Aber zumindest kann ich sie wieder bewegen, also ist wohl wirklich nichts Schlimmeres passiert. Mann, echt Glück gehabt!

An Schlaf ist nicht mehr zu denken, zumindest ich kann das nicht mehr. Rainer schläft wie immer seelenruhig. Neben ihm könnte man das Zimmer abreißen und er würde wohl auch nicht wach werden.

Ich schaue mir das Schauspiel draußen eine Weile an und wecke dann irgendwann meine bessere Hälfte, weil ich dann doch Frühstück-Hunger bekommen.

Zuerst müssen wir jedoch aus dem Zimmer rauskommen, keine so ganz leichte Aufgabe bei dem Wind und dem Regen. Wir sind in Sekunden klatschnass – gut, dass die Regenjacken im Auto liegen. Wir retten uns in den ersten Unterstand, der gleichzeitig der Turm für den Aufzug ins Restaurant ist. Tja, nun hab´ ich die Wahl: Entweder über diverse zum Meer hin freiliegende Außentreppen nach unten durch den Sturm und den Regen oder im Aufzug noch halbwegs trocken direkt zum Frühstück. Also Zähne zusammen beißen und ab in die Aufzug. Puh, keine so ganz leichte Aufgabe! Und durch den Sturm wackelt auch der Turm, in dem der Aufzug verläuft, ziemlich stark – vielleicht bilde ich mir das auch nur ein.

Mit weichen Knien lasse ich mich dann im Restaurant auf einen Stuhl fallen und muss mich erst mal akklimatisieren. :brav:

Wir genießen ein langes ausgedehntes Frühstück und schauen dem Regen zu. Nach ca. 1h geht er dann in ein Nieseln über, also nichts wie raus; trockener wird es wohl heute nicht werden.

Mit Wandern wird wohl heute nichts. Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, an einem Schlechtwettertag doch mal das Wellness-Center des Hotels zu nutzen, aber irgendwie haben wir jetzt doch keine Lust drauf – wie immer. Wellnesser werden aus uns sicher nicht mehr.
Auf Stadt – Funchal – haben wir aber auch keine Lust, also beschließen wir, eine Inselrundfahrt zu machen.

Wir springen ins Auto und fahren nach Westen. Wir folgen der alten Küstenstraße, auf dem Weg nach Calheta müssen wir erst durch diesen Wasserfall hindurch fahren.



Im Norden, auf der alten Strecke zwischen Sao Vicente und Porto Moniz ergießen sich wohl so viele Wasserfälle auf die Straße, dass man diesen Teil der Strecke auch die kostenfreie Autowaschanlage Madeiras nennt.

In Calheta im Supermarkt füllen wir unsere Getränkebestände auf und bummeln ein bisschen durch den feinen Nieselregen.

Die Palmen sind voll beladen mit Datteln







Wir schauen eine Zeitlang dem Tosen der Wellen zu. Obwohl es grau und dunkel ist, ist es relativ warm.





Direkt an der Straße gibt es wie an vielen Stellen im Süden der Insel unzählige Bananenbäume.





Die Bananen sind hier viel kleiner, als wir sie bei uns aus dem Supermarkt kennen, schmecken dafür aber tausend Mal besser.

Wir fahren weiter küstennah nach Westen. Überall ergießen sich Wasserfälle aus den Hängen.



Aussicht über Jardim do Mar





Wir fahren zurück auf die ER 101 und dann weiter Richtung Norden. Es wird immer heller über uns und hat nun schon eine Zeitlang nicht mehr geregnet. Da scheint es der Wettergott wohl doch gut mit uns zu meinen und wir beschließen, doch noch die Wanderschuhe anzuziehen. Die Inselrundfahrt kann warten. Und schließlich muss ich ja auch nicht auf den Händen laufen. :zwinker:

Unser Wanderführer beschreibt ganz in der Nähe eine Wanderung an der Levada do Ribeira da Janela. Wir fahren weiter Richtung Lamaceiros und parken unser Auto an einem Wanderparkplatz hoch über der Küste.







Die Levada mündet hier in ein großes Wasserbecken, d.h. wir folgen ihr nun stromaufwärts.



Na gut, dafür reicht die Zeit dann wohl doch nicht; vor allem muss man von Fonte do Bispo dann auch wieder zurückkommen.

Aber wir wollen die ersten Kilometer laufen bis zu einem Tunnel und einem Wasserfall und dann wieder umdrehen. Nun kann ich endlich auch mal meine Regen-Überzugshose einsetzen, die ich vor 2 Jahren bei Columbia gekauft habe.

Die Levada ist auf dem ersten Stück von wunderschönen Blumen gesäumt.



Und, man glaubt es kaum, auch von Laternen.

Am Anfang des Weges steht dieses Schild.



Gut, dass ich erst abends nachgucke, was es bedeutet: Es warnt davor, in die Levada zu stürzen, da man ertrinken könnte. :o9:

Und wenn man sich die Strömung anguckt und dann die Wassertiefe misst (ca. 1.50m),



dann glaubt man das sofort.

Na super, das wärs doch noch; erst die Hand prellen und am nächsten Tag in der Levada ertrinken. Toller Urlaub! :cheesy: Also lasse ich besondere Vorsicht walten!

Die Wanderung ist wunderschön



und bietet immer wieder tolle Ausblicke auf den weit unten tosenden Fluss Ribeira da Janela, der übrigens der längste Fluss der Insel ist.



Leider geben die Fotos aufgrund des Wetters nicht annähernd die Schönheit der Aussicht wieder.

Kurz danach kommen wir an eine Art Abscheidebecken.



Aufgrund des Sturms und des Regens hat es unglaublich viel Geäst und Laub in die Levada gespült und damit diese nicht verstopft, gibt es an verschiedenen Stellen solche Becken oder Rechen, die das ganze Zeug herausfiltern. Bis hier gingen übrigens auch die Laternen, damit die Arbeiter, die heute übrigens zahlreich unterwegs sind, auch jederzeit hier ran können.

Wir folgen der Levada immer tiefer in die Berge. Teilweise ist es ganz schön steil auf der linken Seite; diese ausgesetzten Stellen sind jedoch fast immer mit einem Drahtzaun gesichert und der Weg ist praktisch überall breit genug, so dass ich mich ziemlich sicher fühle.



Viel mehr Sorge macht mir, dass ich irgendwo in die Levada fallen könnte. Wie gut, dass ich zu dem Zeitpunkt noch nicht weiß, was vorhin auf dem Schild stand.

Blühender Klee



Deswegen heißt der Fluss übrigens Ribeira da Janela – Fluss des Fensters. Wenn man auf die Mündung blickt, dann sieht der Bergeinschnitt aus wie ein Fenster.





Ach ja, da muss ich doch gleich wieder an Big Bend denken, der Ausblick dort jeden Morgen durch das Window auf die Badlands. Schwärm!!! Ist und bleibt mein Lieblingspark in den USA. Aber ich schweife ab…

Wir laufen durch ausgedehnte Lorbeer- und Eukalyptuswälder; dazu begleitet uns der typische Eukalyptus-Duft. Fehlen nur noch die Koalas.





Hier ist die einzig kritische Stelle; die Levada ist so voll, dass sie überläuft, d.h. die Steine sind schon ganz schön rutschig.





Aber, ihr werdet es kaum glauben, ich passiere die Stelle heil und trocken.



Wasser, Wasser, Wasser…



Aus irgendwelchen Gründen ist die Levada streckenweise abgedeckt.



Ich fühle mich trotzdem wohler auf dem Weg neben dran; vor allem, wenn ich mir die Löcher in der Abdeckung angucke.



Überall wachsen Blumen









Mit Badeleiter ;-)



Das Wasser ist hier noch mal deutlich tiefer und die Levada noch breiter, dadurch lässt allerdings die Strömung nach.

Leider will sich der Nebel heute so gar nicht verziehen.



Lorbeer



Je weiter wir voran kommen, desto mehr sieht es aus wie im Urlaub. Riesenfarne wachsen am Rand des Weges; man könnte fast denken, wir sind im Jurassic Park gelandet.



Endlich kommen wir an den angekündigten Tunnel.





Ganz weit hinten sieht man einen kleinen Fleck Licht, auf dem Foto praktisch nicht zu erkennen. Dennoch würde ich hier nicht durchgehen wollen ohne unsere Headlights.

Vorsichtig laufen wir durch den Tunnel, Kopf eingezogen. Der Weg ist relativ schmal und daneben läuft die Levada weiter, hier wieder mit reißender Strömung. Vorsicht ist geboten, denn nur zu leicht kann man hier in die Levada fallen; tue ich aber nicht. :zwinker:

Ab der Hälfte ungefähr wird es auf einmal ziemlich laut und je weiter wir voran schreiten, desto lauter wird es, bis wir uns selbst kaum noch verstehen können. Als wir dann endlich aus dem Tunnel kommen, wissen wir, woher der Lärm kommt.

Aus dem Berg ergießt sich ein riesiger Wasserfall genau auf den Weg. Darüber ist ein Wellblechdach und das Prasseln des Wassers auf dieses Dach macht diesen unglaublichen Lärm.





Richtig dicht ist das Dach jedoch nicht; der Weg drunter ist überschwemmt und die Levada ist auch nur notdürftig mit Brettern abgedeckt. Ein guter Platz, um umzukehren (Unvollendete die 2te).



Ich muss ehrlich zugeben, ich bin schon froh, als ich heil und trocken wieder draußen ankomme.





Wir laufen zurück, den gleichen Weg wie hin. Wie immer geht es zurück deutlich schneller als hin.

Teilweise läuft man nur auf der Levada-Mauer lang; aber immer ist zumindest ein kleiner Zaun auf der abschüssigen Seite.



Noch ein Blick auf die Mündung des Ribeira do Janela.



Nach insgesamt 3,5h sind wir wieder am Auto und genau dann fängt es wieder an zu nieseln. Na bitte, wie bestellt!

Wir springen ins Auto und fahren zurück nach Ponta del Sol.

3x dürft ihr raten, was es zum Abendessen gibt.

Genau, Tintenfisch, diesmal zwei verschiedene Sorten.





Palmherzensalat



Und da der Espedata im Jungle Rain Café so schlecht war, geben wir dem Spieß hier noch mal eine Chance, und der ist auch richtig lecker.



Die Beilagen ignorieren wir und trotzdem rollen wir nach draußen. Aber es war einfach zu lecker, und vor allem der Tintenfisch Diablo…Hmmmm…

In der Hoffnung auf besseres Wetter morgen – leider sagt der Wetterbericht wieder Regen voraus – fallen wir dann todmüde ins Bett.

Fazit: Super, dass sich das Wetter dann doch beruhigt hat, so dass wir nun doch noch Wandern konnten. Der Weg war sehr schön, die Ausblicke auf den Fluss und das Window auch und dann der Lorbeer- und Eukalyptuswald – herrlich!

Gute Nacht!

PS: Ich bin nicht in die Levada gefallen! :gott:

Fahrtstrecke: ca. 88km
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Mittwoch, 14. Dezember 2011, 23:13

:daumen:

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Donnerstag, 15. Dezember 2011, 08:47

Hi Andrea, danke für den Klasse Bericht zum Frühstück, macht wie immer viel Spaß beim lesen.

Zitat

Original von AndreaR
Wir springen ins Auto und fahren nach Westen. Wir folgen der alten Küstenstraße, auf dem Weg nach Calheta müssen wir erst durch diesen Wasserfall hindurch fahren.



An die Waschanlagen auf der alten Straße kann ich mich auch noch gut erinnern, nur sind wir da mit dem Moorrad durch. :cheesy: Macht aber bei schönem Wetter richtig Spaß - außerdem war deutlich weniger Wasser im Rohr.