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  • »johnny rockets« ist der Autor dieses Themas

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Dienstag, 19. Oktober 2010, 01:25

London - August 2010

Hallo zusammen!

Hier findet ihr meinen ersten Reisebericht, den ich hier im Stammtisch veröffentliche und verfasst habe.

Würd mich freuen, wenn ihr vielleicht ein paar Comments da lassen könntet und schreibt was euch so gefällt.

So, dann hoff ich dass das alles soweit geklappt hat mit den Bildern einfügen etc.

Hier ist er, viel Spaß beim "mitreisen" :peace1:
- Viele Grüße - Eric



London - August 2010
TEIL 1
Einführung
Vorweg zu unserer 6-tägigen Reise auf die Insel einige Infos:
Ich selbst war im Mai'09 mit meinem Englisch-Stammkurs in London gewesen und da mir alles so gut gefallen hat ich aber so wenig auf dem kurzen Trip sehen konnte,
wollte ich umbedingt ein weiteres Mal in die Metropole reisen, um mir vieles genauer und intensiver anzuschauen.
Prompt waren meine Eltern von der Idee überzeugt und alles schien gut zu laufen.
"Schien"...
Am Tag vor Abflug werde ich aus dem Schlaf gerissen, mit einem Schrei, der seines Gleichen sucht (bei geschlossener Tür+Fenster weckt mich sonst noch nicht mal Nachbar's Garten-Kettensäge oder Ähnliches auf!).
Ich sofort, noch im Halbschlaf, die Treppe herunter "gestürzt", wo der "Gestürzte" lag. Mein Vater war gerade dabei irgendein Stromkabel oder sowas zu holen als er (wieder mal)
mit seinem Fuß umknickte und mit dem Bein auf die Treppen mit seinem gesamten Gewicht flog.
Dass seine Bänder nicht die Neuesten und Besten sind war uns allen klar, aber warum denn bitte sowas gerade jetzt und gleich so heftig?!
Mama mit ihm schnell ins Krankenhaus;das Resultat: Wadenbein gebrochen, mehrere Bänder überdehnt und eine OP, die am Dienstag angesetzt ist.
Ich ab an's Telefon und verschiedenste Nummern angerufen; ich kam mir vor wie im Call-Center.
Nachdem die Großeltern informiert waren versuchte ich, erfolglos jedoch, die Flüge meiner Eltern umzuschreiben auf Bekannte oder Freunde von mir.
Warum wurde mir nicht bei Lufthansa gesagt, es wäre eben prinzipiell einfach nicht möglich. Toll! Dankeschön!!
Schlussendlich musste sich daher meine Mutter doch durchringen ihn "alleine" zu lassen. Obwohl alleine sehr hart in diesem Falle ausgedrückt ist.
Die Familie war nicht nur informiert, sondern half auch wo sie kann, um sich um ihn zu kümmern während wir 2 für 5 Tage weg waren.
Ach ja, es geht doch nichts über ein super-funktionierendes Familienleben!
So., 8.8. 2010, 1. Tag
Die Flüge waren ja über Lufthansa gebucht, sodass wir in Richtung Frankfurt-Flughafen aufbrechen. Es ist noch sehr früh, vielleicht 5 Uhr, als wir die erste S-Bahn nehmen und eine gute halbe Stunde später am Terminal 1 einchecken.
Dort versuchen wir irgendwie den Flug von Papa zumindest zu stornieren, man verweist uns ans Support-Center, doch die können auch nicht direkt helfen sind dafür aber sehr freundlich und zuvorkommend.
Der Flug verläuft nach Plan und wir sind um 8:10 Uhr Westeuropäischer Zeit in London Heathrow. Wir nehmen unsere Koffer, zahlen einen Aufschlag zu unserer 7-Day Travelcard um in die Innenstadt zu gelangen und los geht der Urlaub!
Die Piccadilly Line bringt uns gen City, es ist wunderschön ruhig in der U-Bahn, da an diesem Sonntag Morgen einfach fast nix los ist.
Wir steigen einmal um und kommen schließlich an der Bayswater Station an.
Jetzt ist es nur noch ein 10 Minuten-Lauf bis zum Hotel, die "Main Street" hier ist voll mit Restaurants und Fast-Food Läden, aber auch billigen Tourishops, was aber auch klar ist, denn Bayswater ist eben einfach ein Hotel-Viertel.
Der erste Eindruck des Pembridge Palace Hotel, eine Empfehlung meiner Cousins, die man schon als London-Experten einstufen kann, ist durchaus gut.
Das Hotel liegt ruhig an einem kleinen Square, und somit etwas abgeschieden von der Hauptstraße, die die Grenze zum Hyde Park bildet.
Leider können wir noch nicht eincheken, es ist eben erst 10 Uhr morgens.
Wir gehen daher erst mal in den Hyde Park, wo wir, nach britischem Vorbild, den Tag mit einem Picknick beginnen.
Man erkennt klar, dass die letzten Wochen auch hier die Hitze gewütet hat.
Das Gras ist, im Vergleich zum Mai, stark vertrocknet, der Round Pond fast schon wasserarm.
Nach kurzer Vesper geht's an der Nordseite entlang Richtung Speaker's Corner, wo heute sogar richtig was los ist. Eine große Versammlung um einen Mensch, der über die Probleme der Welt phillosophiert und diskutiert.
Und dass nicht alleine, nein, jeder kann seine Meinung der Runde Preis geben.
Von jung bis alt, egal welcher Gesellschaft oder Nationalität angehörig, jeder ist dabei und scheint gespannt zuzuhören.
Finde ich echt klasse, gibt's sowas auch in Deutschland? Ich glaube nicht, wobei es vielleicht nicht mal schaden würde!
Am Marble Arch ab in die U-Bahn und zurück zum Hotel, hier können wir nun einchecken.
Mittlerweile ist es Nachmittag.
Wir 2 machen uns auf zum Picadilly Circus, von dort aus geht's zum Trafalgar Square; doch nicht nur die Statue interessiert uns, sondern auch die National Gallery.
Das Kunstmuseum ist einfach genial!
Ich kann es einfach nur jedem empfehlen, der ein wenig für Kunst offen ist.
Von mittelalterlichen Werken über Rembrandt bis hin zu Van Gogh, es ist alles vertreten.
Zusätzlich ist das Museum kostenlos, es wird zwar um eine Spende gebeten, aber hier kann man so viel geben wie man will, das ist doch klasse!
Wir verbringen gut 2 Stunden hier drin, mit Zwischenpause bei "Pret A Manger".
Wir sagen Rembrandt&Co. adé, laufen die Whitehall Street runter und schauen bei Big Ben vorbei.
Von dort aus geht es über den St. James Park zum Buckingham Palace.
Der Park ist zu dieser Uhrzeit wunderschön, neben kleinen "Squirells" gibt's auch ein paar "Rot-Röcke" zu bestaunen, die Wache halten.
Alle warten gespannt, als ein schwarzer Wagen das Häuschen passiert.
Doch in ihm sitzt, natürlich, nicht die Queen (die ist zu dem Zeitpunkt ja sowieso in Schottland) sondern ein einfacher Bobbie, dessen Beifahrer "queen-mäßig" winkt und uns Touris veräppeln will.
Britischer Humor eben!
Durch den Green Park geht's zum Hard Rock Café, doch um dort was zu essen muss man schon 25 Min. anstehen um überhaupt nur reservieren zu können!
Verrückt!
Wir entschließen uns, zurück zum Bayswater District zu fahren und dort was zu essen.
Schließlich ist unsere Stadtkarte auch mit mehreren Rabatt-Gutscheinen bestückt, sodass wir bei Bella Italia, einer italienischen Restaurant-Kette, 20% Preisnachlassen bekommen.
Die Pizzen sind klasse, das Lokal aber sehr voll und das Bier recht teuer!
Wer es nicht weiß (so wie ich bis zu dem Zeitpunkt), dem wird jetzt bewusst, dass man Alkolisches besser in den Pubs zu sich nimmt.
Wir zahlen und machen uns um kurz nach 10 Uhr auf den Weg zum Hotel, sehr müde und geschafft von dem langen Tag.
Mo., 9.8. 2010, 2. Tag
Der Montag beginnt mit dem Frühstücksbuffet des Hotels.
Im Vergleich zu dem Buffet meines Hostels von letztem Jahr in London, ist dieses hier Gold wert.
Auch wenn es "nur" eine Sorte Käse gibt, ist dafür auch genug an süßen Aufstrichen, Müsli etc. da.
"Natürlich" gibt es nur Weißbrot, aber das ist ja in UK klar.
Am Morgen besuchen wir Westminster Abbey, an dem wir gestern Abend nur vorbei gelaufen sind.
Wir bekommen für den Preis Audioguides verliehen, die nicht nur inhaltlich sondern auch strukturell gut gemacht sind.
Mit denen sind wir bald 90 Minuten unterwegs und hören uns zu jeder Stelle etwas an.
Viele Gräber sind vorzufinden, darunter das von Maria Stuart, Elisabeth I. aber auch Künstlern wie z.B. dem Londoner Publikumsliebling Händel.
Es ist nun 11:30 Uhr und wir machen ein Picknick am Jewel Tower, der sich gegenüber von den Houses of Parliament befindet.
Danach geht's mit dem Boot die Themse flussabwärts; vorbei an den ganzen Sights, die am Ufer liegen.
Am Tower steigen wir nicht nur aus, sondern betreten diesen auch.
Wieder mal macht sich unser London Pass bezahlbar, mit dem man ganz leicht die Warteschlange überspringt.
Diesen hatten wir bereits im Vorraus übers Internet gebucht und bezahlt hatten.
Wir wählten einen 3-Tage Pass aus, mit dem man viele Sights umsonst und ganz schnell, ohne Warteschlangen, besuchen kann.
Zudem spart man bei richtigem und vor allem häufigem Einsatz eine ganze Menge Geld.
Der Tower sieht nicht nur von außen top gepflegt und genial aus.
Auch von innen macht er einen tollen Eindruck.
Eine perfekt erhaltene Burg eben; die Royals kümmern sich scheinbar sehr um ihre königlichen Stätten.
Nachdem wir die Außenmauer ein wenig erkundigt haben geht's in den Innenof zum eigentlichen Tower, der von mehrern Mauerringen umgeben ist, die man erst einmal durchqueren muss.
Dieser ist leider zur Hälfte mit Baugerüsten verdeckt.
Sehr schade, aber das bleibt bei solchen alten Gebäuden nicht an; wir kennen das ja z.B. vom Mainzer Dom, der in etwa gleich alt sein müsste.
Im Tower gibt's eine Ausstellung über Rüstung und Waffen der Royals aus knapp 1000 Jahren.
Sehr anschaulich, schön gestaltet und mit dem Einsatz modernster Media-Technik verfeinert.
Es gibt die Rüstung Henry VIII. genauso wie zahlreiche Säbel, Schätze und Geschenke anderer Staaten zu bewundern.
Wir gelangen wieder in den Innenhof und sehen die Schlange, die sich gebildet hat um die Kronjuewelen zu betrachten.
Da diese immens lang ist entschließen wir uns erst eimal einen "Afternoon-Tea" mit Scones einzunehmen.
Leeecker!
Ganz britisch genieße ich den Tee mit Milch.
Schmeckt sogar echt nicht schlecht, mal was anderes!
Mittlerweile hat sich die Schlange bald verdoppelt.
Wir schauen uns lieber die Wachablösung der Guards an, und entschließen uns nicht den Hype mitzumachen und uns anzustellen.
Stattdessen nehmen wir die Zeit, laufen auf dem Wall etwas auf und ab und schauen uns in einem kleinen Wachturm die "kleinen Kronjuwelen" an.
Die tun's auch.
Wir nehmen die 1-2 Stunden, die wir sonst in der Schlange verbracht hätten, und gehen in Richtung Tower Bridge.
Hier gibt's an der Seite einen Eingang der uns dank London Pass mit dem Aufzug ganz schnell nach oben bringt.
Hier geniessen wir die Aussicht auf die Themse und die anliegenden Gebäude.
Oben findet man eine Erklärung zu diesen, ein wenig Geschichte zur Tower Bridge und eine Ausstellung über die größten/imposantesten(?) Brücken der Welt.
Nix großes, aber trotzdem schön gemacht!
Am anderen Ende gehts wieder mit dem Aufzug runter und nochmal in den Maschienenraum der sich etwas die Straße runter befindet.
Für Technik-Fans dürfte das ganz interessant sein, hier wird genau erklärt wie die Maschienerie des Towers (früher) funktionierte.
Heute wird ja alles per Elektronik bewerkstelligt.
Wir nutzen danach den London Pass erneut und laufen zur London Bridge Station.
Von dort gehts zur Green Park Station, denn hier befindet sich ein indisches Restaurant, bei dem wir dank des Passes 20% Rabatt bekommen (mal wieder;) ).
Das Chor Bizarre ist voll bis auf den letzten Platz, man fragt uns ob wir reserviert haben worauf wir leider verneinen müssen.
Es täte ihr sehr leid, so die Bedienung, aber die nächsten Tage sei alles so ziemlich ausgebucht.
Wir gefrustet wieder raus, kurz beratschlagt was wir nun machen sollen.
Glücklicherweise stellt sich das Warten als positiv heraus, denn in der Zwischenzeit kam eine 5-köpfige Familie an, und als die Waitress sieht, dass wir nun zu 7. praktisch wären, ist sie nach Absprache mit dem Chef bereit den Keller-Raum aufzumachen.
Leider nicht so schön ausgestattet, aber trotzdem noch toll eingerichtet gibts hier für uns Currys und für mich eine Suppe, bei der ich übersehen hab dass sie den Schärfegrad 2 von 2 hat.
Das Essen ist weltklasse, ich selbst koche gerne und nach Bewertung meines Umfeldes gute Currys.
Aber dieses Chicken Tikka Massala stellt alles andere in den Schatten.
Die Portionen sind recht klein also nix für den deutschen "Fresser", der sollte den großen Hunger vorher wegschaffen!
Auch die Preise sind ordentlich trotz des Rabattes, aber für diese super Qualität ist das auch gerechtfertigt.
Wir verlassen das Restaurant und mir fällt ein, dass ich bei der Tower Bridge las, sie würde um 10 Uhr heut abend öffnen.
Da es ein Ereignis ist die Brücke beim Öffnen, und in das auch noch in der Nacht, zu beobachten, gehen wir nochmal zurück.
Mittlerweile wird es gerade dunkel und wir warten darauf, dass Tower Bridge sich öffnet.
Um kurz vor 10 tut sie das, ein kleines aber sehr hohes Fischerbötchen schlupft hindurch und gleich hinter ihm geht schleunigst die Brücke wieder zu.
Wir machen uns nun auf den Heimweg über die Brücke zurück am Tower und in die Tower Hill Station.
Von dort mit der Circle line zur Bayswater Station und ab in's Hotel.
Di., 10.08.2010 3. Tag
Der Tag beginnt regnerisch.
Heute war eigentlich ein Trip außerhalb Londons geplant, doch das Wetter verspricht nicht sich zu bessern.
Auch wenn man in London meist davon ausgehen kann, dass sich das Wetter gerne mal dreht scheint es selbst nach dem Frühstück noch überall nach grauem Himmel und Regen auszusehen.
Wir planen kurzerhand um und ziehen heute einen weiteren Städtetag vor.
Als erstes gehts von der Queensway Station mit der Circle Line zur St.Paul's Cathedral.
Der Regen veranlasst uns, schnellstmöglich in die Kirche reinzugehen.
Vor uns ist (mal wieder) eine Gruppe asiatischer Schnelltouris, die wie eine Horde wildgewordener die Kirche betreten und die Floskel "Ruhe in der Kirche" entweder nicht kennen oder bewusst nicht anwenden.
Als sie aber sehen, dass das Ganze Eintritt kostet (zumindest ohne London Pass) und der Rundgang durch das Bauwerk zu viel ihrer Zeit verschlingt sind sie schnell wieder draußen.
Umso besser für uns!
Wir bekommen Ticket und Audioguide und lassen erst einmal den Bau auf uns wirken und schreiten dann langsam Richtung Mitte.
Hier geht's dann auch später für uns hoch auf den Turm, von dem wir einen tollen Ausblick haben.
Das Wetter hat sich nun leicht gebessert.
Zwar sind noch ordentlich Wolken am Himmel, aber der Regen hat soweit nachgelassen.
Wir durchschreiten noch die Gruft von St.Paul's und machen dann ein Picknick im Churchyard von St.Paul's.
Es ist gerade Mittagszeit und viele Berufstätige sitzen auf den Bänken und machen Pause.
Auffällig hierbei: Ich sah keine so extrem Übergewichtige, so wie man das aus den Staaten kennt.
Auch wenn viele die kleine Walkers-Chips-Tüte dabei hatten, konnte man auch viel gesundes Essen vorfinden.
Doch zurück zum Eigentlichen:
Wir machen uns auf den Weg zur Royal Albert Hall.
Die große Konzerthalle wurde im 19. Jahrhundert konzipiert und ist heute Schauplatz für renomierte Künstler, von Klassik bis zur modernen Musik.
Wir wollen eine Führung machen, doch die 2 Uhr Führung ist schon komplett ausgebucht.
Wir nehmen die 3 Uhr Führung und nutzen die gute Stunde um uns in einem der kleinen Cafés einen Smoothie zu gönnen.
Zurück geht's dann jedoch nicht zu Fuß sondern mit dem ganz klassischen roten Doppeldecker-Bus, denn der Regen hat wieder mal zugenommen.
Auch hier fällt mir mal wieder die britische Hilfsbereitschaft auf:
Eine Touristin fragte nach dem Weg, bzw. welchen Bus sie dorthin nehmen muss.
Eine alte Lady war gleich zur Stelle, versuchte ihr zu helfen, doch man merkte, dass sie sich selbst auch unsicher war.
Anstatt einfach zu sagen: Ich hab keine Ahnung (so wie man das aus Deutschland kennt) drehte sie sich zu den restlichen Leuten um, die am Bus-Stop standen und fragte diese ob sie es vielleicht wüssten.
Innerhalb kürzester Zeit entstand eine Gesprächsrunde, in der man zusammen versuchte, die beste Buslinie für die Touristin zu finden.
Einfach toll, solche Sachen vermisst man dann wirklich, wenn man aus London zurück kommt.
Wir steigen in den Bus und obwohl es nur 3 Stationen sind will ich umbedingt sitzen, wann hat man schon mal die Gelegenheit dazu?
Die Gruppe für die Führung ist sehr übersichtlich, nur 10 Personen vielleicht.
Wir gelangen durch verschiedenste Teile der Royal Albert Hall, von Plätzen der Loge arbeiten wir uns hoch bis zur Empore, wo man in der Regel günstige Stehplätze bekommt und Konzerte von ganz oben bestaunen kann.
Die Royal Albert Hall ist nicht nur sehr schön, sondern auch akkustisch genial konstruiert, mitunter bedingt durch große Absorber, die von der Decke hängen.
Dazu sehen wir die Queen's Loge, speziell reserviert für die Königin und ihre Familie, die man von weitem auch schon an der Krone sieht, die an der Loge ausserhalb befestigt ist.
Auf die Frage wo der beste Platz sei, antwortet der Guide mit einem Grinsen: "Wenn Rang, Geld und Ähnliches keine Rolle spielen, dann die Queen's Loge.
Das sei einfach der absolut beste Platz im gesamten Haus."
Für das Königshaus eben nur die Créme de la Créme.
Nach der Führung laufen wir über die Straße, ein Stück durch den Hyde Park und sind dann am Kensington Palace.
Hier gibt's erneut mit dem London Pass eine Ausstellung zu betrachten.
Die Gemächer, in der sich zuletzt Prinzessin Diana aufhielt, wurden teils abgedunkelt und künstlerisch-märchenhaft neu dargestellt.
Ganz nett gemacht, bedenke man den Preis von guten 15-20€ ist es jedoch fragwürdig, das zu machen, es sei denn man hat kleine Kinder, denn die finden das bestimmt klasse.
Nachdem wir noch an der Orangerie vorbeigeschaut haben, geht's vorbei am Round Pond zurück zum Bayswater District.
Heut Abend gibt's kein indisch sondern britisch-einheimische Küche.
Wir essen im Pub namens The King's Head; einfache aber gute Küche, und gleich um die Ecke unseres Hotels.
Ich genehmige mir einen leckeren gut gemachten Burger mit Pommes, Mama holt sich ganz klassisch Fish&Chips, die natürlich nicht in der Tüte mit Fischhäppchen, sondern als ein ganzes großes Stück Fisch serviert werden.
Nach meinem zweiten Pint Bier ist's dann auch gut und wir treten langsam die Heimreise an.
Mi., 11.08.2010 4.Tag
Der Tag beginnt mit leichten Wolken, jedoch sonnig.
Heute steht nun, der für gestern geplante, Ausflug nach Windsor und Hampton Court Palace an.
Mit der U-Bahn gehts gerade mal eine Station von Bayswater zum großen Regional-/Fernbahnhof Paddington weiter.
Dort holen wir uns die Tickets nach Windsor.
Eine Art britischer ICE, der weiter nach Oxford fährt, bringt uns bis Slough; dort ist Umsteigepunkt für uns.
Ein kleines, man würde hier wohl sagen Regional"bähnchen", das ständig zwischen Slough und Windsor pendelt, nimmt uns mit nach Windsor.
Nach 10 Minuten steigen wir am Bahnhof von Windsor aus, der sehr alt, viktorianisch und schön gestaltet auf uns wirkt.
Kleine Lädchen an den Seiten säumen den Weg nach "draußen".
Hier erschlägt einen gleich das Windsor Castle, das älteste und größte bewohnte Schloss der Welt.
Es ist 9:30 Uhr, und wir laufen gleich hoch zum Eingang, der jedoch noch bis 9:45 Uhr geschlossen ist.
Die Schlange ist noch sehr klein, wir stellen uns trotzdem schon mal an.
Gut so, denn innerhalb weniger Minuten kommen gleich mehrere Reisegruppen an; die Schlange reicht nun die ganze Straße runter.
Glück gehabt, wir sind unter den Ersten!
Am Eingang geht's ganz schnell, neben Audioguides und London Pass Abgleich müssen wir diesmal sogar eine Sicherheitskontrolle durchlaufen, aber alles ganz easy.
Genauso wie der Tower of London ist Schloss Windsor ebenso perfekt erhalten, hinzu kommt jedoch, dass Teile des Castles noch bewohnt werden.
Nicht zuletzt merkt man das an den patrullierenden Garden, die man überall zu sehen bekommt.
Da wir noch sehr früh dran sind, was ich nur jedem empfehlen kann der Schloss Windsor im Sommer besuchen will, können wir manche Stellen in Ruhe fotografieren bevor die Touristenmassen hinter uns anrollen.
Wir laufen durch's Innere der Festung, dann zur Nord Terasse von der man einen fantastischen Ausblick auf das englische (Flach-)land hat und dementsprechend recht weit blickt.
Hier geht's nun in die inneren Gemächer und Räume des Schlosses.
Neben den manchen fantastisch ausgestatteten Räume wie z.B. dem Waterloo Saal gibt's auch eine Ausstellung, die Bilder der jungen Elisabeth der II. zeigt.
Nachdem wir noch die Kapelle besichtigt haben, die den Leichnam von "Queen Mom" aufbewahrt, machen wir uns langsam Richtung Ausgang und bummeln noch etwas durch die Gassen von Windsor.
Es ist wirklich herrlich hier, denn nicht nur das Wetter spielt grade richtig mit, sondern auch die Lädchen und Sträßchen laden hier wirklich zum Verweilen ein.
Wenn wir das nächste Mal wieder herkommen, werden wir uns einen ganzen Tag Zeit für das Örtchen nehmen!
Wir laufen aber nun in Richtung Bahnhof, doch nicht jenen, an dem wir vorher ankamen, sondern die Station, die am Fluss liegt.
Beides sind Kopfbahnhöfe und führen in unterschiedliche Richtungen, und wir wollen den Zug in Richtung Süd-Osten nehmen, zum Hampton Court Palace.
Doch vorher passieren wir eine Reihe Taxis und fragen uns, ob es vielleicht Sinn macht die Strecke mit dem Taxi zu fahren.
Jaa, wir wissen beide durch vorherige Rescherche, dass Taxis in London sehr teuer sind, aber man kann ja mal nachfragen oder?
Ich erkundige mich nach Fahrzeit und Festpreis.
Der Taxifahrer sagt 45 min. und "Fifteen" Pounds.
Klingt doch klasse 45 min. für 15 Pfund; ich versichere mich nochmal, doch erneut sagt er "Fifteen Pounds"; so zumindest in meinen Ohren.
Wir steigen ein doch nach 2 Minuten durch den Kopf gehen lassen wird mir mulmig.
Das kann doch gar nicht sein, solch eine Fahrt für nur 15 Bucks; unmöglich!
Ich frage nun nochmal nach "Fiffffteeen pounds, right?"
"No, of course not, I said fiffftyyy pounds".
Ja klar, toll danke!
Manchmal sollte man sich besser seiner ersten Englisch-Stunden gedenken, um solche Probleme zu vermeiden.
Wir wollen aussteigen, die Abzocke und Verarsche lassen wir uns nicht bieten.
Doch das Schlizohr lässt uns nicht so einfach.
Er jammert rum und sagt, dass er nun wieder ans Ende der Taxi Schlange zu fahren hat und dort warten muss, was ihn praktisch Zeit und somit Geld kostet.
Wir seien ihm mindestens 10 Pfund schuldig.
Wir drücken beleidigt die 10 Pfund ab und fahren die paar hundert Meter zurück.
Somit geht's also doch zum Riverside-Bahnhof.
Hier müssen wir neue Tickets ziehen, und bekommen dabei Hilfe eines indisch-stammigen Briten, der versucht, uns noch Rabattgutscheine zu geben, weil er förmlich nur das Beste für uns will.
Tolle Einstellung, tolles Entgegenkommen!
Wir setzen uns in den Zug, dieser ist diesmal weniger ein ICE, sondern mehr eine Regionalbahn, aber das stört uns nicht.
Es gibt eine Mittagsvesper während uns der Zug zur Clapham Junction, ein großes Drehkreuz im Süden Londons bringt.
Von dort wechseln wir das Gleis, steigen schnell um und sind nach einer weiteren Fahrt von gut 20-30 Minuten in Hampton Court.
Hier schnell über die Brücke, und dann kann man schon den Palast bestaunen.
Ein riesig langer Eingangsweg führt von der Pforte zum Hauptpalast aus Backstein.
Der König höchstpersönlich lies es sich natürlich nicht nehmen, mit seinem gesamten Gefolge durch den Speisesaal zu ziehen.
Er hat es sogar geschafft, dass alle schön brav "God save the King!" gerufen haben.
Einfach zu schön :D.
Wir bekommen erneut mit dem London Pass einen Audioguide und freien Eintritt.
Viele Räume und Infos prallen auf uns ein, schon bald zu viele, sodass wir uns entschließen, nach einer gewissen Zeit, die Geräte abzugeben und noch etwas durch die Gärten zu schreiten.
Es ist nun schon wieder Abend, und wir sind so ziemlich die Letzten, die Hampton Court verlassen.
Waren wir heute morgen die Ersten, die sahen wie sich Windsor Castle's Tore öffneten, so sind wir nun jenige, hinter denen nun das Tor von Hampton Court zu gemacht wird.
Der Kreis schließt sich also :D !
Danach gehts zur Waterloo Station und von dort zum Bayswater District.
Hier drückt man uns einen Flyer eines indischen Restaurants in die Hand, das mit einem All-you-can eat wirbt.
Da wir großen Hunger haben lassen wir uns verführen und betreten das Restaurant, das ganz in der Nähe vorzufinden ist.
Allerdings entpuppt sich dieses als nicht ganz so gut.
Das Restaurant befindet sich in einer Art Keller, die Hygienebedingung selbst hätten besser sein können und das Essen auch.
Zumindest hat es einen gesättigt; auch wenn wir uns wieder schnell aus dem Staub machen.
Da uns die Tower Bridge vorgestern nacht so gut gefallen hat, wollen wir das Ganze nochmal machen, doch diesmal bei den Houses of Parliament.
Der Big Ben Tower ist wirklich schön beleuchtet, ebenso das London Eye.
Nachdem wir gut 30 Minuten das Bauwerk von der fluss-gegenüberliegenden Seite bestaunt haben geht's auch wieder zurück in's Hotel, wo wir total müde schnell einschlafen.
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USA-Südwest 2008 --- London 2010

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Dienstag, 19. Oktober 2010, 04:09

Hey danke für deinen tollen Bericht über meine Europäische Lieblingsstadt. Dein Schreibstil gefällt mir richtig gut und deine Fotos sind auch echt super. Da freue ich mich noch mehr auf meinen nächsten Besuch in weniger als 3 Wochen. Vielen Dank! :daumen:
USA...where my heart belongs!


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Dienstag, 19. Oktober 2010, 09:05

My comment... :daumen: :daumen: :daumen: hast gut gemacht... London ist einfach sehr verlässlich und gefällt mir immer...

Dankeschön...

Yes
...verrückt nach Reisen...

:bier:


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Dienstag, 19. Oktober 2010, 12:14

Zitat

Original von VoF Fan
Liest sich gut und die Bilder sind auch schön. Geht es deinem Vater denn wieder gut?


Ja, ihm geht es soweit wieder gut. So gut sogar, dass er schon wieder einen Städte-Trip nach Rom machen kann. Seit 2-3 Wochen humpelt er auch nicht mehr, es geht also wieder aufwärts.

Wir haben ihm gesagt, dass er "Tollpatschigkeitsverbot" in den Wochen vor unserem Can-Usa Urlaub hat, der nächsten Sommer ist.
Den wollen wir wirklich nicht ohne ihn verbringen oder absagen müssen.


Vielen Dank für die Comments, freut mich sehr, dass es euch gefällt, da hat sich ja die Müh und Arbeit gelohnt.
Ich mach die Tage den 2.Teil noch fertig und stell ihn dann in's Forum.

Viele Grüße
Eric
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Ingrid

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Dienstag, 19. Oktober 2010, 12:29

Freut mich, daß es Deinem Vater wieder besser geht....und Tollpatschigkeit versteht keiner so gut wie ich :99:

London ist ne sichere Bank für schöne Motive, zeigst Du hier auch :daumen:....klasse Bericht bisher.

Irgendwann komme ich auch nochmal nach London, da gibts noch einige Lücken.

LG Ingrid
Humor ist der Knopf der verhindert, dass mir der Kragen platzt.

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Dienstag, 19. Oktober 2010, 13:32

Ja London ist echt toll und immer eine Reise wert.

Meine Cousine war glaub ich nun so ca. 25 schon dort (ist also mehr oder weniger ihr Zweitwohnsitz :D :D) und sie meint es gebe noch sooo viel für sie zu sehen.

Echt Wahnsinn, diese Stadt. Ist bei mir momentan auch klar auf Platz 1 der tollsten europäischen Metropolen. Ich liebe auch die ganzen Squares und Plätze dort, und eben die Schlösser und die königlichen Anlagen. Alles super in Schuss gehalten!
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USA-Südwest 2008 --- London 2010

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Dienstag, 19. Oktober 2010, 21:46

Zitat

Original von Kalle_WY
dann hätte ich auch einen Tipp

zwischen den Bildern eine Leerzeile, dann wirken die Bilder besser


Versuch ich beim 2.Teil einzubauen Kalle_WY, bzw. da gabs beim 1.Teil Probleme mit. Das hab ich aber soweit durchs Testen jetzt raus.
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USA-Südwest 2008 --- London 2010

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Samstag, 20. November 2010, 19:36

RE: London - August 2010

Abend zusammen.
Hier mein 2. Teil der London-Reise, leider etwas verspätet, da ich in den letzten Wochen durch Abiturvorbereitungen und Klausuren nur wenig Zeit hatte.








Do., 12.08.2010 5.Tag


Der heutige Morgen startet mit einem Sight der etwas anderen Art.
Zwar findet man es auch im London Pass, doch zu den typischen Sehenswürdigkeiten Londons gehört es wohl (leider) nicht.

Der "shri swaminarayan mandir" ist ein Hindu Tempel nordwestlich von Londons Zentrum im Stadtteil Neasden gelegen.
Wir fahren mit der Central, dann mit der Northern Line bis Neasden und laufen dann 30 Minuten durch die Vorstadt der Metropole.
Hier ist nicht mehr alles so sauber, toll und nett aufgeräumt wie in Westminster oder der "City of London", aber das ist ja nichts ungewöhnliches.
Nichts desto trotz werden wir auf unserem Weg gleich 2 Mal angesprochen und werden gefragt, ob wir hilfen benötigen oder ob wir uns verlaufen hätten :D.
Jedenfalls weist man uns freundlich den kürzesten Weg zum Tempel.
Dort angekommen verblüfft natürlich der Marmor, der in Perfektion und bis ins kleinste Detail genau bearbeitet wurde.







Um in den Schrein hinein zu gelangen, muss man jedoch lange Kleidung tragen und zudem Fotos und Rucksäcke abgeben.
Im Tempel selbst passiert man dann zusätzlich eine Kontrolle, die etwas dem am Flughafen ähnelt.

Bevor man den Kern des Tempels selbst erreicht passiert man einen Gang der an der Decke mit herrlichen Holzarbeiten verziert ist.
So kleinst im Detail und toll gestaltet; das hab ich auch noch nicht gesehen.
Wir beschreiten dann das Innere des Tempels nachdem wir unsere Schuhe ausgezogen haben, so der Brauch, bzw. die Religion.
Hier zeigt sich uns die prächtige Schönheit des Tempels, feinster Marmor, auch wieder bis ins Detail, bearbeitet.
Natürlich ist spätestens hier klar, dass ein Hindu Tempel komplett anders als eine Kirche oder Synagoge ist: überall gibt es bunte "Plastikfiguren", die eine Art Heiligenstatus einnehmen, und die von Hindus angebetet werden.
Wir finden , für uns Christen, merkwürdige Riten kombiniert mit Kötzenfiguren vor, die man selbst betätigen kann. Z.b., eine Art Wippe, die durch das Ziehen einer Schnur ausgelöst wird, wird von einem Kind bedient.
Ihre Mutter steht neben dran und möchte meiner Mutter anbieten, dies auch zu praktizieren.
Sie lehnt dankend ab; denn Respekt haben vor der Religion ja, aber sie dann auch ausführen nein danke; wir Christen verehren eben dann doch keine Götzen.

Wir verlassen nach gut 20 Minuten das Innere des Tempels und machen uns nun langsam wieder auf den Weg in Richtung Innestadt.
Anstatt aber zu laufen, nehmen wir aber diesmal von hier aus den Bus zur nächsten Underground-Station der Bakerloo Line, die uns dann etwas später zur Baker Street transportiert.
Hier gibt's in einem kleinen Diner am Straßenrand schnell einen Snack, für mich Fish&Chips, für Mama einen Turkey Breast Salad.
Gegenüber bemerken wir die Schlange vor dem Sherlock Homes Museum, und können nur grinsen.
Wir wollen dort nicht rein, doch nebenan und auf der anderen Straßenseite befinden sich der Beatles- und ein weiterer Rock-Shop, in dem man über einfache Merchandiseartikel bis hin zur teuren original Vinyl-Platte der Kinks aus den 60ern alles erhält.
Wir kaufen Papa eine Platte von der Band Free aus dem Jahr 1970, zusätzlich decken wir uns mit einem Beatles T-Shirt ein und führen dann die Shopping-Tour im Harrod's fort.

Nachdem wir den Egyptian Room, der ganze Stolz des Kaufhauses, gesehen haben, geht's zum Tee und Kaffee-Einkauf in die Foodhall.
Es ist SEHR schwer hier wieder wegzukommen, vor allem da wir nach kurzem Smalltalk mit einem Kaffeebohnen-Fachmitarbeiter einen Gutschein in die Hand gedrückt bekommen, mit dem wir einen Kaffee gratis bekommen, WENN wir ein Stück Kuchen dazu kaufen.
Wir ab in den 4. Stock mit dem Aufzug ins Café, wo man uns den Käsekuchen mit Gabel UND Messer serviert.
Der Käsekuchen ist bei weitem der Beste, den ich je gegessen habe, doch das Stück kostet auch umgerechnet 8€ !!
Nun ja, dafür hatten wir den Kaffee für umme.
Wir schaffen es wieder nicht hier raus zu kommen, denn beim Hochfahren des Aufzugs öffnete der Aufzug kurz im 3. Stock, wo ich eine riesige CD-Abteilung erspähen konnte.
Doch da das Kaufhaus so riesig ist, sind wir nun mit einem anderen Aufzug im 3. Stock und müssen den Weg dort hin erst einmal finden.
Auf dem Weg passieren wir die Musikinstrumenten-Abteilung, und die hat auch noch eine E-Gitarre da, die es bei uns in Deutschland nur im seltensten Falle anzutesten gibt.
Es vergeht also nochmal eine halbe Stunde.
Endlich kommen wir bei den CDs an und erhaschen sogar das ein oder andere Schnäppchen (ich ergattere eine Doppel DVD/CD von "The Killers - Live from the Royal Albert Hall" für umgerechnet 15€, hier kostet sie 40-60€!!).


Nach nun insgesamt 2-3 Stunden verlassen wir das Kaufhaus und es geht in Richtung British Museum.

Wir merken jedoch, dass wir einfach platt sind vom langen Shoppen und Suchen am Tag, wo das Museum lange geöffnet hat (was viele nicht wissen und somit viele Menschen sich gen Ausgang bewegen und das Museum richtig leer und ruhig wird) die Athmosphäre der Great Hall.







Wir schauen bei der Ägyptenabteilung vorbei, die ein oder andere Ausstellung nehmen wir ebenso mit, doch dann sind auch wir geschafft.










Einmal kurz durch Soho und ab nach Chinatown, wir finden zwar ein passables Restaurant, doch man merkt eben, dass hier ist Touri-Land, und tourimäßig wird man hier leider abgefertigt; im Nachhinein ist man meist schlauer.
Wir laufen zur Picadilly Circus Station, und machen nochmal kurz Halt im Rainforest Café, dass mich schon damals in SF so interessiert hatte.
Ganz lustig aufgemacht, so eine Art Themen-Restaurant kannte ich vorher auch nicht, jedoch sind die Preise ziemlich überteuert und die Cocktails, die wir trinken, auch sehr schlecht gemacht, doch das Ambiente ist es dafür wert.




Fr., 13.08.2010 6. Tag


Heute beginnt der letzte Tag unseres London-Trips.
Nach dem Frühstück geht's mit den schnell gepackten Koffern zur Queensway Station und hier bringt uns die Central Line bis zur Bank-Station, an der wir in die DLR Station umsteigen.
Ihr fragt euch vielleicht warum wir gen Osten mit unseren Koffern ziehen?
Nun unser Rückflug geht nicht von Heathrow, sondern vom London City Airport aus, der am östlichen Ende der Docklands liegt.
Hier können wir natürlich noch nicht einchecken, der Flug geht erst um kurz nach 7 heut Abend.
Dementsprechend kommt unser Gepäck in ein dortiges Schließfach und wir machen uns mit dem Handgepäck einen schönen Tag in Greenwich.

Doch vorher gibts einen kleinen Zwischenstopp an der Canary Wharf, Londons neues Finanzzentrum.
Mama meint es sei ein "Little Manhatten", sie kann das besser berichten als ich, sie war ja im Gegensatz zu mir schon an der Ostküste und in NYC.







Die "Einkaufsmöglichkeiten" sind hier mehr als der Wahnsinn: Ein Porsche Händler, wo man sich wohl in der Mittagspause mal schnell den nächsten Wagen leisten kann (wenn man kann!) bis hin zu einer Shoppingmall, in der die teursten sowie schrillsten Taschen und Schuhe für SIE ausgestellt sind.






Alles läuft hier furchtbar hecktisch ab, es ist grade Mittagspausen-Zeit und jeder rauscht an uns vorbei; wenn nicht mit Handy am Ohr dann mit Headset.

Eine riesige Plasmabild Anzeige die an einer Außenwand angebracht ist, rundet dass Finanzzentrum ab.

Wir entfliehen dem Trubel und machen uns mit der DLR weiter auf den Weg zur Cutty Sark nach Greenwich.
Leider ist das alte Schiff umzäunt und wird zur Zeit restauriert.







Etwas betrübt darüber geht's über das Gelände des National Maritime Museum hoch auf den Berg des Royal Observatory.









Vorher gibts aber noch einen Pub-Besuch; hier stärken wir uns mit einem Yorkshire(?) Pudding, eine Art Eintopf.
Wir warten noch den Regenschauer ab bevor wir den kleinen, aber sehr steilen Berg erklimmen.
Die Aussicht von hier oben ist grandios!
Man überblickt die ganze Canary Wharf und die Schleife der Themse.
Im Westen erspäht man die "Gurke" und St.Pauls Cathedral am Horizont; das Wetter hat zu unseren Gunsten mittlerweile wieder gut aufgelockert.










Wir informieren uns noch ein Wenig am Haus des Observatoriums, betrachten den sehr modern gestalteten Nullmeridian, der hier verläuft, und nach einer knappen Stunde gehts den Berg wieder runter und zum Maritime Museum.
Hier kann man Teile alter Schiffe bewundern, sowie die Weste von Lord Nelson, die hier ausgestellt.













Doch wir merken, dass die letzten Tage sehr informationsreich für uns waren; wir sind was den Informationsdurst anbelangt sehr satt und entspannen im Museum bei einem Tee und nehmen noch 3 Scones eingepackt mit nach Hause.

Es ist nun nach 5 Uhr und wir machen uns wieder auf den Weg gen London City Airport.
Doch kurz vorher bemerken wir, dass die Themse scheinbares "Überwasser" hat.
Jenes entpuppt sich jedoch als Flut; denn ja, dieser Fluss unterliegt den Gezeiten.
Das Wasser schwappt über die Ufer und an die Uferbänke, in kleinen Wellen; fast wie am Meer.


Die DLR bringt uns zum Flughafen, mit etwas Rennen und Glück erreichen wir rechtzeitig eine andere DLR, in die wir umsteigen müssen.
Das Wetter ist mal wieder gekennzeichnend von kurzen starken Regenschauern; so heftig, dass die DLR zwischendurch langsam machen und halten muss.

Am Schließfachservice des Airports dann noch ein kurzer Schock; es dauert ca. 15-20 Minuten bis wir unsere Koffer wieder bekommen, obwohl wir mit der Zeit etwas knapp dran sind.
Es hieß ein Mitarbeiter hole sie aus dem Lager; wir fragen uns schon wo die Koffer gelandet sind, bis nach der Zeit ein Flughafenarbeiter uns den Raum aufschließt, vor dem wir die ganze Zeit standen.

Der Check-In klappt nun aber wunderbar, wir weilen noch kurz bei Pret a Manger und in der Duty Free Anlage bevor es mit unserem "Privat Jet", einer kleinen Avro RJ85 zurück nach Frankfurt geht.





Das Fluggelände ist wirklich lustig und interessant zugleich, denn der Flughafen sitzt auf einer ehemaligen Dockanlage; dementsprechend wurde bei den Wegen jeder Centimeter ausgenutzt und die Start-/Landebahn ist so kurz, dass nur kleine Maschienen starten und landen können.











Der Flug vergeht sehr schnell und kaum dass wir abgehoben haben gibts einen Snack und dann folgt auch schon bald die Landung.
Mittlerweile ist es in "Mainhatten" dunkel, doch wir haben das Glück rechts zu sitzen und bei der Landung uns die Skyline von Frankfurt aus der Luft ansehen zu können.
Bedauerlicherweise kam das nicht auf den Bildern rüber.


Wir steigen aus, die ganze Besatzung passt in einen großen Gelenkbus, der uns zum Terminal bringt.
Wir nehmen unser Gepäck, bekommen die nächste S-Bahn und sind um ca. 23 Uhr daheim.
Papa ist schon da und wartet auf uns; er ging also später "weg" und kam sogar früher an als wir.



FAZIT

Was hat uns gut gefallen? Eigentlich alles, aber ich mach's kurz und nenne mal das Wichtigste:


- als erstes der Flug: mit Lufthansa ging alles problemlos und super, super Anbindung und der Sonntag-Morgen-Flug war perfekt, da in der Stadt dann nicht viel los war
- das Hotel war alles in allem auch wirklich gut; bedenkt man, dass der Hotel-Standard in London allgemein nicht so hoch ist; schön und praktisch im Bayswater District gelegen
- der London Pass war auch super, allerdings muss man hinzufügen, dass man ihn auch wirklich den ganzen Tag voll ausnutzen sollte, damit er sich auch lohnt; das nächste Mal werden wir ihn aber nicht mehr nehmen; denn einen Großteil der "Mainsights" haben wir ja nun schon gesehen
- das Chor Bizarre war ein klasse indisches Restaurant; zwar etwas teurer als manch übliches, aber so ein Geschmackserlebnis hatte ich noch nie; absolut empfehlenswert!!
- Windsor ist ein super niedlich-tolles englisches Kleinstädchen; im Sommer wirklich toll, wenn man mal aus der Großstadt schnell raus will um zu entspannen oder um einfach durch die Straßen zu schlendern
- wie immer, die ganzen Museen, die praktisch kostenlos sind (es wird ja nur um eine Spende gebeten, der ich beim nächsten Mal wirklich nachkommen sollte)
- Die Royal Albert Hall, für Konzertgänger oder Musiker ein echter Augenschmaus; ich muss umbedingt das nächste Mal in ein Konzert gehen, egal ob Klassik oder Popular-Musik
- Hyde Park und die ganzen kleinen Squares innerhalb der Stadt zum relaxen, ohne sie wäre London bei weitem nur halb so toll


Was hat uns nicht gut gefallen?

Abgesehen von Reiseteilnehmern, die sich kurz vorher das Wadenbein brechen, eigentlich nichts :D !











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Ingrid

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Samstag, 20. November 2010, 22:44

RE: London - August 2010

Ok.....Abiturvorbereitungen und Klausuren sind ne Entschuldigung :brav: :zwinker:

Sehr schöne Eindrücke....da habt ihr ja wirklich einiges unternommen.

Der Tempel sieht toll aus....und die Glaskonstruktion von dem Museum :daumen:

Vielen Dank für Deinen Bericht....und besser kann ein Fazit nach der Reise wohl nicht ausfallen :nicken:.... bis auf den Wadenbeinbruch :99:

LG Ingrid :bier:
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Sonntag, 21. November 2010, 11:24

RE: London - August 2010

Zitat

Original von Obelix
Supergeiler Bericht, vielen Dank dafür, war 1986 für eine Woche dort - ich glaube, ich muss nochmal hin - hab doch einiges nicht gesehen - mir hat damals die "Tube" und Madam Toussaud, sowie der Hyde Park und der Regierungspalast am meisten imponiert. Mein Kumpel und ich sind damals mit dem Zug bis Ostende gefahren, dann mit der Fähre rüber und mit dem Zug bis Viktoria-Station gefahren. War insgesamt ein tolles Erlebnis... :nicken:



Danke dir für dein Lob :nicken:.
London hat einfach so viel zu bieten, das ist der Wahnsinn.

Ich find die Tube auch genial. Allein schon dieser Satz, der ständig zu hören, und ja auch zu lesen ist ("Please mind the gap").

Mit dem Zug ist natürlich auch eine Variante, aber ich denke heut-zutage fliegt man schon fast besser. Ich dachte erst, man sei mit Ryanair oder ähnlichen Billigfliegern günstiger dran; doch der Schein trügt! Wir haben bei Lufthansa gerade mal knapp 130€ p.P. für Hin-u. Rückflug gezahlt. Da kann man echt nicht klagen.
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andie

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Sonntag, 21. November 2010, 14:25

RE: London - August 2010

Interessanter kurzweiliger Bericht, den Du da geschrieben hast, johnny.
Ich find auch, dass Du viel erlebt hast in der Zeit.
Würde auch gern mal durch den Hyde Park spazieren und die Royal Albert Hall besuchen.

Viele Grüsse...................andie :peace1:



Zitat

Original von Marc-Ol
...(2Std Zeitverschiebung)...

Wirklich? :kopfkratz:
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12

Sonntag, 21. November 2010, 14:47

RE: London - August 2010

Zitat

Original von Marc-Ol

Zitat

Original von johnny rockets
doch der Schein trügt! Wir haben bei Lufthansa gerade mal knapp 130€ p.P. für Hin-u. Rückflug gezahlt. Da kann man echt nicht klagen.


Wenn du das etwas beobachtest kann man für nicht ganz 70€ p.P. mit easyjet fliegen.

Aber je nach Ab- und Ankunftsflughafen, und Uhrzeiten würde ich auch etwas mehr bezahlen.

Obwohl EasyJet von Do morgens um 7Uhr startet und kurz nach 7 (2Std Zeitverschiebung) in Luton landet und zurück um 19Uhr.


Und Ja, ich finde London auch mehr als genial!!



Danke für den Tipp!
An EasyJet hatte ich noch gar nicht gedacht.
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13

Sonntag, 21. November 2010, 16:08

TipTop! Sowohl Bericht als auch die Fotos! :peace1:
Denk ich an Deutschland in der Nacht,
so bin ich um den Schlaf gebracht.
H. Heine

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