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Samstag, 23. Oktober 2010, 08:08

Amerikaurlaub für Anfänger

(Bei dem folgenden Artikel konnte ich laut lachen, erinnerte mich an unseren ersten USA-Trip, allerdings war damals das "Handy" noch nicht erfunden.)

Amerikaurlaub für Anfänger

Stellen Sie sich vor, Sie fahren in den Urlaub nach Amerika, und es gibt keine Coca Cola oder Pommes frites, Sie können trotz "roaming" nicht mit Ihrem Handy telefonieren und die Leute kucken Sie verständnislos an, wenn Sie "sorry" sagen. Keep your cool, "Living in America" hilft…

Folgend ein paar Hinweise, wie auch Amerika-Novizen im Urlaub kleine sprachliche und sonstige Klippen umschiffen können. Etwaige Überschneidungen mit jedem zweiten Amerika-Reiseführer bitte ich zu entschuldigen.

Sprache

Passen Sie auf bei englischen oder englisch klingenden Wörtern und Ausdrücken, die man häufig in Deutschland verwendet. Nicht alle sind im Englischen richtig oder gebräuchlich. Bleib ruhig oder auch bleib cool heißt nicht keep cool, sondern keep your cool. Wollen Sie Entschuldigung im Sinne von Entschuldigung, darf ich mal sagen, heißt es excuse me, nicht sorry. Letzteres verwendet man nur, wenn man sich für ein Versehen, etwa einen Rempler, entschuldigt.

Und entschuldigen Sie sich bitte so häufig wie möglich, auch wenn Sie nach deutschen Maßstäben keinen Grund dafür sehen, beispielsweise wenn Sie im Supermarkt zwischen einem Käufer und dem Regal, das er anschaut, vorbeigehen und niemanden berühren, behindern oder bedrängen. Dieses Eindringen in den "Raum" des anderen wird stets von einem reuigen excuse me begleitet, ebenso wie das Passieren auf der Rolltreppe. Und bitte, bitte, lassen Sie Ihr Handy zu Hause, in Amerika funktioniert das eh nicht. Hier braucht man ein cell phone, um mobil telefonieren zu können.

Geld

Wenn Sie mit der Kreditkarte bezahlen und etwas gefragt werden, was Sie nicht verstehen, sagen Sie credit. Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass man Sie gefragt hat, ob sie per debit oder per credit bezahlen möchten. Debit entspricht dabei in etwa dem deutschen EC-Karten-System, wird aber teilweise über VISA- oder MasterCard-Karten betrieben, die sich von Kreditkarten kaum oder gar nicht unterscheiden. Haben Sie eine deutsche Kreditkarte, bezahlen Sie immer per credit. Die andere Möglichkeit ist, dass man Sie nach Ihrem zip code (Postleitzahl) gefragt hat, was häufig und gerne für statistische Zwecke gemacht wird. In dem Fall denken Sie sich einfach eine fünfstellige Zahl aus und freuen sich, dass der kalifornische Supermarkt demnächst Zeitungswerbung in Alaska schaltet, weil von dort so viele Kunden kommen.

Noch eine Anmerkung zum Bargeld. Lassen Sie sich von Ihrer Bank keine größeren Scheine als 20 Dollar andrehen. Ehrlich. Es mag Ihnen unpraktisch erscheinen, aber wenn Sie halb verdurstet halluzinierend durch die Wüste taumeln, kurz vorm Exitus eine Tankstelle erreichen und nur einen Hundert-Dollar-Schein in der Tasche haben, können Sie gleich weiter ins Krankenhaus kriechen, denn für eine Flasche Wasser wird Ihnen niemand auf einen Hunderter herausgeben. Wenn Sie jedoch schlau genug sind, nach einem cup of water (Becher Wasser) zu fragen, werden Sie den vermutlich sogar umsonst bekommen.

Wenn Sie dem Leitungswasser misstrauen, können Sie die Flasche Wasser aber auch mit der Kreditkarte bezahlen, nur keine Hemmungen. Benutzen Sie sie fürs Parkhaus, für den Koffer-Trolley im Flughafen, für die Tasse Kaffee im Café. Niemand wird Sie komisch angucken, selbst wenn die Rechnung nur 1,63 Dollar beträgt. Behalten Sie Ihre einzelnen Dollar, Sie brauchen Sie nämlich für’s Trinkgeld. Sie sollten Trinkgeld geben. Wirklich, tun sie’s einfach, auch wenn’s schwer fällt. Für’s Zimmermädchen im Hotel gehört’s auf den Nachttisch, für den Barkeeper auf den Tresen, der Kofferträger kriegt’s in die Hand gezählt und sogar der Kaffeeverkäufer hat seinen Klingelbeutel neben der Kasse.

Essen & Trinken

Im Fastfood-Restaurant (mein Tipp: probieren Sie auch einmal etwas anderes als McDonald’s) können Sie Ihre Bestellung beliebig modifizieren, da die Burger etc. nicht unter der Wärmelampe liegen, sondern erst nach der Bestellung zusammengestellt werden. Burger im Salat statt Brötchen (= low carb = wenige Kohlenhydrate), ohne Zwiebeln, extra Ketchup (natürlich umsonst), aber keine Tomate, dafür doppelt Gurke (die eingelegten heißen dabei pickles, nicht cucumbers), alles kein Problem. Nur Mayonnaise zu Ihren Pommes (Achtung: french fries oder fries, nicht Pommes frites) werden Sie nicht kriegen, die Mayo kommt nur auf den Burger.

Und es mag der bekannteste Markenname der Welt sein, aber kein Amerikaner bestellt je eine Coca Cola. Es heißt Coke (oder Pepsi, bei Bedarf), nicht Coca Cola. Und es heißt definitiv nicht light, sondern ausschließlich Diet (Diät), was dem Getränk vorangestellt wird, etwa Diet Sprite. Light bleibt lustigerweise Bieren vorbehalten, so zum Beispiel dem beliebten Bud light, das übrigens nicht alkoholfrei ist, nur kalorienreduziert. Möchten Sie Ihr Getränk, wie die meisten Deutschen, gerne ohne Eis, sagen Sie bitte nicht without ice (ohne Eis), sondern stets no ice (kein Eis). Wenn das with... schon entwichen ist, kein Problem, with no ice (mit ohne Eis) ist im Gegensatz zu without vollkommen gebräuchlich.



von Milan Obradovic aus Stern.de
Denk ich an Deutschland in der Nacht,
so bin ich um den Schlaf gebracht.
H. Heine

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Samstag, 23. Oktober 2010, 14:54

:nicken: ja, so isses....
Usabima
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Sonntag, 24. Oktober 2010, 11:23

Nett ... :D
Bei[img] http://www.usa-stammtisch.de/bilder/01.gif[/img] Stammtischtreffen dabei




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Sonntag, 24. Oktober 2010, 11:52

Zitat

Original von VoF Fan
ich bekomme aber immer meine Mayo zu den Pommes



Igittigittigitt !!!!!! :spuck:
Gruss Calle


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Sonntag, 24. Oktober 2010, 12:58

dazu ne Buchempfehlung:

Herr Ober: "Die Rechnung bitte" - Bekenntnisse eines Kellners - aus dem Amerikanischen, Knaur Taschenbuch 8,95 Euronen
Der Autor (Herr Ober) möchte anonym bleiben, hat jedoch jahrelange Erfahrungen aus Restaurants in NY, die es ihm ermöglichen, den gast in wenigen Augenblicken zu taxieren und amüsant darüber zu schreiben

Er schreibt nicht immer schmeichelhaft über Arbeit, Gäste, Kollegen, so daß sein Chef fürchtet, die Identität seines Lokales könnte herauskommen, so daß ihm dann all die schrägen Geschichten und Tricks der Angestellten auf die Füße fallen und der Laden schließen muss.

es heisst in der Besprechung des Buches:

Für Restaurantbesucher sehr unterhaltsame Lektüre, für Bedienungen PFLICHT....

Usabima
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Sonntag, 24. Oktober 2010, 23:50

Wir machen uns manchmal einen Spaß daraus durch Supermärkte zu gehen und alle 5 Sekunden völlig sinnlos "scjuse me" zu sagen.....